WM 2026: Trump rief wegen Balogun-Sperre bei FIFA-Präsident Infantino an
Trump rief wegen Balogun-Sperre bei Infantino an

US-Präsident Donald Trump hat persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen, um die Aufhebung der Roten Karte von US-Stürmer Folarin Balogun zu erwirken. Das berichten übereinstimmend „The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben die Information bislang offiziell kommentiert.

Der Fußball-Weltverband hatte am Sonntag überraschend mitgeteilt, dass Baloguns Sperre nach der Roten Karte beim 2:0-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina aufgehoben sei. Der 25-Jährige kann damit am Dienstag im Achtelfinale in Seattle gegen Belgien auflaufen. Trump bedankte sich anschließend auf seiner Plattform Truth Social: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“

Belgien reagiert mit Erstaunen und prüft rechtliche Schritte

Der belgische Fußballverband zeigte sich „erstaunt“ über die plötzliche Entscheidung der FIFA und schloss weitere Konsequenzen nicht aus. In einer Stellungnahme am Sonntag hieß es, man prüfe alle Optionen, „um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fair Play zu schützen“. Das Achtelfinale zwischen den USA und Belgien wird am Dienstag um 2.00 Uhr deutscher Zeit (ARD und MagentaTV) angepfiffen.

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Norwegen im Viertelfinale: Haaland wirft Brasilien raus

Die norwegische Nationalmannschaft hat Brasilien im Achtelfinale mit 2:1 (0:0) besiegt und steht erstmals in ihrer Geschichte in einem WM-Viertelfinale. Zwei späte Tore von Erling Haaland in der 79. und 90. Minute sorgten für den Sieg. Altstar Neymar (90.+10) verkürzte per Foulelfmeter in der Nachspielzeit. „Es gab schon einige Höhepunkte in diesem Turnier von mir. Das war heute ein weiterer Höhepunkt. Wenn ich eine oder zwei Chancen habe, dann treffe ich meistens. Das ist einfach das, was ich mache“, sagte Haaland, der mit seinen Treffern sechs und sieben die Torschützenliste anführt.

Nach dem Spiel verkündete Neymar seinen Rücktritt aus der brasilianischen Nationalmannschaft. „Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht. Jetzt ist es zu Ende“, sagte der 34-Jährige dem TV-Sender Globo. Brasilien schied damit so früh wie seit 36 Jahren nicht mehr aus. Neymar ist mit 130 Länderspielen und als Rekordtorschütze vor Pelé aus dem Nationalteam ausgeschieden.

Kap Verde feiert WM-Helden – Ägypten im Achtelfinale

Nach ihrem WM-Märchen ist die Nationalmannschaft Kap Verdes bei der Rückkehr in die Heimat überschwänglich gefeiert worden. Zehntausende Menschen empfingen das Team um Torwart Vozinha am Flughafen und begleiteten es auf dem Weg durch die Straßen. Es herrschte Festivalstimmung mit Trommeln, Tänzen und Nationalflaggen.

Ägypten hat unterdessen mit dem ersten WM-K.-o.-Runden-Sieg Geschichte geschrieben. Die Mannschaft um Mohamed Salah setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:2 gegen Australien durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Hossam Abdelmaguid vor 70.244 Zuschauern in Dallas.

Schweiz mühelos ins Achtelfinale – Hasskommentare nehmen zu

Die Schweiz zog mit einem 2:0 (1:0) gegen Algerien problemlos ins Achtelfinale ein. Breel Embolo (10.) und Dan Ndoye (46.) erzielten die Tore. Im Achtelfinale trifft die Schweiz am Dienstag in Vancouver auf Kolumbien oder Ghana.

Der Schweizerische Fußballverband sieht sich während der WM vermehrt mit Hasskommentaren in sozialen Medien konfrontiert. „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt“, sagte ein Medienverantwortlicher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vor allem nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar sei die Kommentarfunktion deaktiviert worden. Die FIFA hatte zuvor mitgeteilt, dass elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge rassistisch seien – ein Anstieg um drei Prozent im Vergleich zur WM 2022.

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Weitere Achtelfinals: Frankreich besiegt Paraguay, Marokko im Viertelfinale

Frankreich setzte sich im Achtelfinale mit 1:0 (0:0) gegen Paraguay durch. Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Elfmeter vor 68.324 Zuschauern in Philadelphia. Der Stürmer von Real Madrid erzielte damit seinen 19. WM-Treffer und liegt nur noch ein Tor hinter Lionel Messi. Im Viertelfinale trifft Frankreich auf Marokko.

Marokko hatte zuvor Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 (0:0) besiegt und steht als erstes Team im Viertelfinale. Azzedine Ounahi traf zweimal (50., 82.), Soufiane Rahimi erhöhte in der Nachspielzeit (90.+8). Für Kanada endet das Turnier trotz der Unterstützung von Eishockey-Legende Wayne Gretzky.

Nagelsmann tritt zurück – Klopp als Nachfolger gehandelt

Julian Nagelsmann ist nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay von seinem Amt als Bundestrainer zurückgetreten. Der 38-Jährige erklärte seinen sofortigen Rücktritt, nachdem ihm die DFB-Spitze diesen Schritt bei einem Krisentreffen nahegelegt hatte. „Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient“, sagte Nagelsmann in einer DFB-Presseerklärung.

Als Nachfolger ist Jürgen Klopp im Gespräch. Der 59-Jährige, derzeit Head of Global Soccer bei Red Bull, hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, sagte Klopp. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisierte Nagelsmann scharf: „Das gesamte Projekt ist krachend gescheitert. Die Mannschaft hatte keine Führung auf dem Platz, keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“

Kurioses: Viagra-Gerüchte um England – Manzambi glänzt für Schweiz

Englands Trainer Thomas Tuchel hat Gerüchte über eine angebliche Viagra-Einnahme seiner Spieler in Mexiko-Stadt dementiert. Die britische Boulevardzeitung „The Sun“ hatte spekuliert, dass das Potenzmittel gegen Höhenkrankheit helfen könnte. Tuchel sagte amüsiert: „Das ist nicht wahr.“

Der Freiburger Johan Manzambi leitete beim Schweizer Sieg gegen Algerien das erste Tor mit einem Solo über die halblinke Seite exzellent ein. Die Schweiz bleibt beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko unbesiegt.