Trump verteidigt seinen Verhandlungsstil
US-Präsident Donald Trump hat sich in ungewohnt deutlicher Form gegen die seiner Ansicht nach übermäßige Kommentierung seiner Verhandlungen mit dem Iran gewehrt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Es ist VIEL schwieriger für mich, meine Arbeit richtig zu machen und zu verhandeln, wenn politische Wichtigtuer in einem noch nie dagewesenen Ausmaß immer wieder negativ ‚dazwischenreden‘, dass ich schneller oder langsamer vorgehen, in den Krieg ziehen oder nicht in den Krieg ziehen sollte, oder was auch immer.“ Er forderte seine Kritiker auf: „Lehnen Sie sich einfach zurück und entspannen Sie sich, am Ende wird alles gut.“
Iran will angeblich dringend ein Abkommen
Trump bekräftigte, dass der Iran unbedingt ein Abkommen schließen wolle. Dieses werde ein gutes Geschäft für die USA und ihre Verbündeten sein. Der Präsident wiederholte damit frühere Aussagen zu den laufenden Gesprächen mit Teheran. Am Freitag hatte er erklärt, er werde bald über einen Vorschlag zur Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran entscheiden.
Hintergründe der Verzögerung
US-Medienberichten zufolge hatte Trump das bereits ausgehandelte Abkommen mit „härteren Bedingungen“ nach Teheran zurückgeschickt. Das unter pakistanischer Vermittlung in wochenlangen Verhandlungen erzielte Rahmenabkommen sah unter anderem eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage, vertiefte Gespräche über das iranische Atomprogramm und die Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus vor. Am Freitag habe nur noch Trumps Unterschrift gefehlt. Laut „New York Times“ war Trump jedoch unzufrieden mit der Übereinkunft, ohne dass klar wurde, was genau er beanstandete. Das Nachrichtenportal Axios berichtete, einer der strittigen Punkte sei der Umgang mit dem vom Iran angereicherten Uran gewesen. Aus dem Weißen Haus hieß es, Trump bestehe auf der Einhaltung seiner „roten Linien“. Dem Sender Fox News sagte Trump, er sei „nicht in Eile“.
Iran gibt USA und Israel Schuld
Der Iran macht derweil tiefes Misstrauen, widersprüchliche Positionen der USA und israelische Angriffe im Libanon für die Verzögerungen bei den Friedensgesprächen verantwortlich. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, die Verhandlungen hätten in einer Atmosphäre des großen Misstrauens begonnen. Die US-Seite ändere ständig ihre Ansichten und stelle neue Forderungen. Zudem betrachte Teheran das Vorgehen Israels in der Region als untrennbar mit den USA verbunden.



