Kommentar: Trumps Wahlbetrugsvorwürfe – Ein altes Missverständnis
Trumps Wahlbetrugsvorwürfe: Ein altes Missverständnis

Wieder einmal unfassbar, was dieser Mann sich erlaubt. Das dürfte der Reflex vieler Menschen sein, die sich die Sonderrede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Freitag angehört haben oder darüber lesen. Das Irankrieg-Desaster ist ungelöst, die blockierte Straße von Hormus bedroht die Weltwirtschaft – und Trump packt olle Kamellen über den angeblichen Wahlbetrug von 2020 aus?

Trumps unbegründete Vorwürfe

Der Präsident sagt seit Jahren, seine Niederlage gegen Joe Biden damals sei manipuliert gewesen, obwohl Gerichte und Wahlbehörden dies mehrfach widerlegt haben. In seiner Rede wiederholte Trump die Vorwürfe nun im großen Stil. Besonders abstrus: Über Jahre hatten die US-Demokraten vergeblich versucht, nachzuweisen, dass Russland 2016 zugunsten Trumps Einfluss auf den amerikanischen Wahlkampf genommen hatte. Jetzt erhebt Trump den umgekehrten Vorwurf und zieht Russland, China, den Iran, Nordkorea und Venezuela als Akteure aus dem Ausland heran.

Mögliche Folgen für die Midterms

Viele Szenarien sind nun denkbar. Das gruseligste, aber leider nicht abwegigste Szenario ist, dass Trump den Weg bereitet für eine Anfechtung der Kongresswahlen im November. Seine republikanische Partei könnte bei den Midterms deutlich verlieren. Die Minderheit, die an diese Verschwörungen glaubt, entscheidet über die Zukunft der USA. Annett Meiritz kommentiert: Die Anschuldigungen des US-Präsidenten gegen das amerikanische Wahlsystem sind uralt. Doch genau diese hartnäckige Minderheit könnte die politische Landschaft nachhaltig verändern.

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