Ukraine attackiert 21 russische Tanker im Asowschen Meer – massive Schäden
Ukraine attackiert 21 russische Tanker im Asowschen Meer

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern seien auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und ein Schwimmbagger getroffen worden, teilte der Generalstab in Kiew bei Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer seit Tagen laufenden Angriffswelle.

Russland meldet einen Toten und geringe Schäden

Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, schrieb auf Telegram, in der Nacht seien vier Schiffe auf See angegriffen worden. „Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff“, teilte er mit. Die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündliches Methanol geladen habe – seien gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.

Angriffswelle auf russische Energieinfrastruktur

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur in den vergangenen Wochen verstärkt. Laut dem Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, seien in dieser Woche insgesamt fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden. Zudem seien in der Nacht fünf Umspannwerke auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim getroffen worden. Dem ukrainischen Generalstab zufolge griff die Armee in der Nacht auch erneut die Ilski-Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Region Krasnodar sowie den Ölverarbeitungskomplex Ust-Luga an der Ostsee in der Region Leningrad an. Auch ein Ölterminal und ein Öllager in der Grenzregion Rostow am Asowschen Meer wurden ins Visier genommen.

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IEA senkt Prognose für russische Ölförderung

Die russische Ölförderung wird in diesem Jahr wegen der ukrainischen Drohnenangriffe voraussichtlich um etwa drei Prozent auf 8,9 Millionen Barrel pro Tag sinken, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem monatlichen Marktbericht mit. Gleichzeitig führt der Ausfall großer Raffinerien nach den Angriffen zu einem akuten Treibstoffmangel in Russland. Die Benzinproduktion fiel auf etwa 65 Prozent des saisonal üblichen Verbrauchs. Die IEA senkte ihre Prognose für die russische Ölförderung für dieses und das kommende Jahr um 85.000 beziehungsweise 150.000 Barrel pro Tag. Im vergangenen Jahr lag die Förderung noch bei 9,2 Millionen Barrel pro Tag.

Russland verhängt Exportverbote wegen Treibstoffmangel

Infolge der Angriffe erließ Russland ein Exportverbot für Diesel sowie Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und Kerosin, um Engpässe auf dem heimischen Markt zu verhindern. Zudem stoppte Russland Insidern zufolge vorübergehend den Schiffsverkehr durch den Don-Asow-Kanal. Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen.

Selenskyj kündigt Reform der Sturmtruppen an

Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. „Es gibt viele Fragen, Probleme, die gelöst werden müssen. Vor allem im Umgang mit den Leuten“, sagte er in einer Videoansprache. Es werde strafrechtliche Ermittlungen und Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben. Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, wonach beim Sturmregiment „Skelja“ innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer Grundausbildung ums Leben kamen. Sie sollen verprügelt, erniedrigt und misshandelt worden sein.

US-Senator fordert Druck auf China für Friedensgespräche

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den Krieg zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch Washington, Kiew oder Moskau, sagte Graham in Kiew. China habe einen übergroßen Einfluss und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen. Graham traf sich mit Selenskyj, um über den Bedarf an Luftverteidigung zu sprechen. Er sagte zudem, die US-Regierung unterstütze ein Sanktionsgesetz gegen Russland, um dessen Finanzierungsquellen abzuschneiden.

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Russische Verluste hoch – Eroberungstempo halbiert

Das russische Militär hat nach Angaben aus Kiew im ersten Halbjahr 2026 trotz hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im Vorjahreszeitraum. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, Olexander Syrskyj, schrieb auf Telegram, Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber praktisch keins seiner Ziele erreicht. Die Verluste der russischen Seite bezifferte er auf monatlich knapp 32.000 Tote oder Schwerverwundete. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.