Ukraine fordert „betonharte“ Europäer bei Friedensverhandlungen mit Russland
Ukraine fordert „betonharte“ Europäer bei Friedensgesprächen

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk die europäischen Partner aufgefordert, in künftigen Friedensverhandlungen mit Russland eine „betonharte“ Position einzunehmen. Im Gespräch mit der Funke Mediengruppe sagte Melnyk: „Europa muss aus der Position der Stärke und ohne Rücksicht gegenüber Moskau auftreten. Nur ein solcher harter Kurs wird Putin beeindrucken. Nur dann gibt es Hoffnung, dass er bei seinem Krieg einlenkt.“

Europa mit einer Stimme

Melnyk betonte die Notwendigkeit eines geschlossenen Auftretens: „Die Europäer müssten eine betonharte Verhandlungsposition festlegen, die mit der Ukraine voll und ganz abgestimmt werden soll.“ Die Frage, wer Europa in diesem Prozess repräsentiere, sei „eher zweitrangig“. Der Diplomat, seit Mai 2025 Ständiger Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, war zu Beginn des Krieges 2022 Botschafter in Deutschland.

Neue Hoffnung auf Frieden

Am 7. und 8. Juli 2026 findet in Ankara das Nato-Gipfeltreffen statt, zu dem auch Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet wird. Nach Telefonaten von US-Präsident Donald Trump mit Selenskyj und Russlands Staatschef Wladimir Putin gibt es neue Hoffnung auf ernsthafte Friedensgespräche. Trump bot dabei seine Vermittlung an, nachdem er zuvor versucht hatte, eine diplomatische Lösung ohne direkte Beteiligung der Europäer zu erreichen.

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Kanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer haben in Europa eine informelle Führungsrolle in der Ukraine-Politik inne. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten der Ukraine Mitte Juni weitere Unterstützung zugesagt und betont: „Europa kommt eine zentrale Rolle bei einer künftigen Regelung zu. Und es ist bereit, seine Interessen zu verteidigen.“

Ukraine strebt EU-Mitgliedschaft an

Die Ukraine führt bereits Beitrittsverhandlungen mit der EU. Merz erklärte nach dem EU-Gipfel: „Verhandlungen zu einem Frieden müssen am Ende die Ukraine, Russland, Europa und die USA führen. Wer dabei für Europa spricht, ist jetzt nicht zu entscheiden.“ Auch der Gouverneur der umkämpften Region Cherson, Oleksandr Prokudin, forderte eine starke europäische Rolle. Er sagte dieser Redaktion: „Ein Krieg gegen die Ukraine kann nicht ohne Europa entschieden werden. Es geht dabei nicht nur um die Zukunft der Ukrainerinnen und Ukrainer, sondern um die Zukunft ganz Europas. Ohne Europa wird keine Vereinbarung gerecht oder von Dauer sein.“

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