Selenskyj kündigt Reisen zu Gipfeln von G7, EU und Nato an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Partnerstaaten auf mehreren Gipfeltreffen angekündigt. Es gehe um neue Sanktionen gegen den Kriegsgegner Russland, mehr Unterstützung für die Ukraine und dabei besonders um Flugabwehr und weitreichende Waffen, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew hofft zudem auf Fortschritte beim Abschluss von Abkommen, die Investitionen in die ukrainische Drohnenproduktion gegen die Lieferung fertiger Drohnen vorsehen.
Ausdrücklich nannte er dabei das Treffen der wirtschaftsstarken G7-Staaten in Frankreich zu Beginn der Woche und im Anschluss den EU-Gipfel in Brüssel. Zudem führte Selenskyj den Nato-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei an.
Atomkraftwerk Saporischschja wieder am Stromnetz
Nach fast drei Tagen ist das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Südosten der Ukraine wieder an das Stromnetz angeschlossen worden. Eine beschädigte Hochspannungsleitung sei repariert worden, teilten die von Moskau eingesetzte Kraftwerksleitung und der ukrainische Atomkonzern Energoatom übereinstimmend auf Telegram mit. Die seit Mittwoch zur Stromversorgung eingesetzten Dieselgeneratoren sind demnach wieder im Bereitschaftszustand.
Nach ukrainischen Angaben war es bereits der 19. Stromausfall, seitdem russische Truppen zu Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 das Kraftwerk eroberten. Beide Kriegsparteien werfen einander regelmäßig vor, durch Kampfhandlungen für die Stromausfälle verantwortlich zu sein. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde daher aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Die Internationale Atomenergiebehörde hat Beobachter im Kraftwerk stationiert und die Kriegsparteien zur Zurückhaltung aufgerufen.
Trump plant Arbeitssitzung mit Selenskyj bei G7-Gipfel
US-Präsident Donald Trump nimmt beim G7-Gipfel in Frankreich an einer Arbeitssitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teil. Ein bilaterales Treffen der beiden ist nach Angaben von hochrangigen Vertretern der US-Regierung zwar nicht geplant, sie könnten jedoch am Rande des Gipfels zusammenkommen. Zudem trifft sich Trump den Angaben zufolge separat mit den Staats- und Regierungschefs von Ägypten, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und Indien.
Ukraine meldet Angriff auf Ölanlage in Russland
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine Ölverarbeitungs- und Pumpanlage in der Nähe des Orts Kotowo in der russischen Region Wolgograd angegriffen. Dadurch sei ein Feuer ausgebrochen, teilt der ukrainische Generalstab auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Russland: Ein Toter bei ukrainischem Angriff auf Hafenanlage
Im südrussischen Temrjuk ist nach Angaben der Regionalregierung ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Hafenterminal getötet worden. Zudem sei in der Anlage in der Region Krasnodar ein Feuer ausgebrochen, teilt Gouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram mit. Auch die Behörden der Region Wolgograd melden einen Angriff: In einem Industriegebiet im Bezirk Kotowo sei deswegen ein Brand ausgebrochen.
Russland meldet Abschuss von 185 ukrainischen Drohnen – ein Toter
Russland ist am Freitag Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört.
Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört.
EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau am Montag
Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilte, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.
Putin: Mehr als 700.000 Soldaten im Kriegseinsatz
Die russische Armee hat nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin mehr als 700.000 Soldaten im Einsatz im Gebiet des Ukraine-Kriegs. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war. Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Schritt für Schritt, nicht so schnell wie wir gern würden, aber wir schreiten trotzdem voran, wir schreiten jeden Tag voran“, sagte Putin.
Ukrainisches Verteidigungsministerium kündigt Solderhöhungen an
Wegen eines Soldatenmangels hat nach Präsident Wolodymyr Selenskyj auch das ukrainische Verteidigungsministerium deutliche Solderhöhungen für Armeeangehörige angekündigt. „Die ukrainischen Infanteristen werden zu den bestbezahlten Militärspezialisten in der Welt“, kündigte das Verteidigungsministerium in einem Video an. Im Schnitt sollen ukrainische Fußsoldaten umgerechnet etwa 5800 Euro erhalten. Der Höchstsatz für Fronteinsätze soll auf fast 8900 Euro monatlich angehoben werden. Der Einstiegssold für alle Soldaten soll künftig um 50 Prozent auf knapp 580 Euro steigen.
Das Ministerium will den Militärdienst mit befristeten Verträgen von höchstens zwei Jahren und einer anschließenden Rückstellung von mindestens sechs Monaten attraktiver machen. Fahnenflüchtige sollen mit Strafbefreiung und freier Wahl der Einheit zurückgeholt werden. Ab Jahresende erhalten lang dienende Soldaten demnach auch die Möglichkeit einer Entlassung.
Ukrainische Angriffe kappen Treibstoff für Krim
Auf der Krim ist der Treibstoff so knapp wie nie seit der russischen Annexion der Halbinsel 2014. Nur noch 20 Liter pro Woche gibt es, und auch nur, wenn man rechtzeitig einen Tankgutschein ergattert. Grund dafür sind die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Infrastruktur und Transporte, mit denen Kiew die russischen Besetzer unter Druck bringen will. Dass das Benzin knapp wird, hat selbst der Kreml nun in ungewohnt offener Weise eingeräumt. Sprecher Dmitri Peskow sprach von Engpässen und versprach, dass „Maßnahmen ergriffen“ würden, um diese zu beheben.
Ukraine will angeblich weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe
Die Ukraine strebt einem Insider zufolge weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe von ihren Verbündeten an. Die Anfrage solle am kommenden Donnerstag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im sogenannten Ramstein-Format gestellt werden, sagte der ukrainische Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Mit dem Geld wolle Kiew seinen derzeitigen Vorteil auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland festigen. Die russischen Vorstöße haben sich in diesem Jahr verlangsamt und sind im vergangenen Monat praktisch zum Erliegen gekommen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im vergangenen Monat erklärt, er wolle die verbesserte strategische Position nutzen, um noch vor dem Winter Friedensgespräche mit Russland aufzunehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte jedoch vergangene Woche, seine Streitkräfte rückten weiterhin täglich vor und er sehe keine Notwendigkeit für solche Gespräche.
Ukrainische Luftwaffe warnt vor russischem Oreschnik-Einsatz
Die ukrainische Luftwaffe hat die Bevölkerung vor einem erneuten Einsatz der russischen ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gewarnt. Innerhalb von 24 Stunden gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Start einer solchen Rakete vom Testgelände Kapustin Jar im russischen Gebiet Astrachan, teilte die Luftwaffe in sozialen Netzwerken mit. Luftalarme sollten ernst genommen werden, hieß es. Am Donnerstag hatte das ukrainische Militär bereits kurz vor Mitternacht Ortszeit für knapp 14 Minuten landesweiten ballistischen Raketenalarm ausgerufen. Ein Raketenstart blieb jedoch aus.
Russland hat die experimentelle Rakete nach übereinstimmenden russischen und ukrainischen Berichten seit 2024 bereits dreimal gegen die Ukraine eingesetzt. Mit einer geschätzten Reichweite von bis zu 6000 Kilometern kann die atomwaffenfähige Oreschnik mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit selbst Ziele in Westeuropa innerhalb von Minuten erreichen. Kiew verfügt über kein Mittel zur Abwehr dieser Waffe.
Ukraine setzt auf Treffer auf der Krim
Die ukrainische Armee hat mit ihren Drohnen mehrere Ziele auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Danach wurde am Kraftwerk von Simferopol ein großer Brand beobachtet, wie der proukrainische Telegramkanal „Krymskij Weter“ berichtete. Am russischen Luftwaffenstützpunkt Saki gab es demnach Flugabwehrfeuer. Explosionen seien auch in anderen Teilen der Halbinsel zu hören gewesen. Die russische Verwaltung äußerte sich nicht zu den Angriffen.
Ukraine und Russland mit gegenseitigen Drohnenangriffen – Tote und Verletzte
Die Ukraine und Russland haben sich in der Nacht zum Freitag erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen überzogen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Die Ukraine nahm auch wieder Industrieanlagen tief in Russland ins Visier. So wurden in der für Russlands ölverarbeitende Industrie wichtigen Region Tatarstan weit von der Ukraine entfernt drei Menschen verletzt, als eine Drohne ein Wohnhaus traf, wie die örtlichen Behörden mitteilten. In der dort gelegenen Stadt Nischnekamsk seien wegen der Drohnengefahr öffentliche Feiertagsveranstaltungen für Freitag abgesagt worden.
Auch wurde demnach die Stadt Togliatti an der Wolga, Sitz des größten russischen Autobauers Awtowas, mit Drohnen attackiert. In der russischen Grenzregion Brjansk kamen den Angaben zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen zwei Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt.
NYT: USA wollen Jets und Kriegsschiffe für Nato-Einsätze reduzieren
Die USA planen einem Zeitungsbericht zufolge, die Zahl der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die sie für Nato-Einsätze in Europa zur Verfügung stellen, um ein Drittel zu reduzieren. Dies berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf zwei hochrangige europäische Insider. Die Nato und das US-Verteidigungsministerium reagieren zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der US-Plan sieht dem Bericht zufolge vor, die Zahl der F-16- und F-15E-Kampfflugzeuge von rund 150 auf 100 zu reduzieren, die Zahl der Seeaufklärungsflugzeuge von 26 auf 15 zu senken und alle acht Luftbetankungsflugzeuge abzuziehen, die Europa bisher zur Verfügung standen. Damit würde die Fähigkeit der Nato für Angriffe auf weiter entfernte Ziele und Überwachungsaufgaben eingeschränkt.
Mehr Verletzte in russischer Grenzregion Brjansk – Tote nach Angriff auf Sumy
Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Grenzregion Brjansk ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der örtlichen Behörden auf zehn gestiegen. Unter den Verletzten sei auch ein fünfjähriger Junge, teilte der amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf Telegram mit. Zwei Menschen waren bei dem Angriff ums Leben gekommen. Auch in der Ukraine gibt es Opfer durch russische Drohnenangriffe: In der nordöstlichen Oblast Sumy wurde eine 44-jährige Frau getötet und eine 33-Jährige schwer verletzt, wie der dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilte. In der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden den örtlichen Behörden zufolge drei weitere Menschen verletzt.
Russland: Zwei Tote bei Beschuss der Grenzregion Brjansk
Bei einem Beschuss der an die Ukraine grenzenden russischen Region Brjansk wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet. Zwei weitere Personen seien verletzt worden, teilte der amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Luftangriffe: Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen
Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen.
„Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben“, sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können.
Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg zunehmend im Vorteil
Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. „Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist“, sagte Armeechef Olexander Syrskyj gemäß einer Mitteilung bei Telegram.
Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April. Dazu haben ukrainische Drohnenpiloten seit Jahresbeginn Syrskyj zufolge 12.500 mehr russische Soldaten außer Gefecht gesetzt, als Moskau im gleichen Zeitraum anwerben konnte. Der General hob ebenso hervor, dass seine Drohnentruppen im russischen Hinterland bis zu 200 Kilometer hinter der Frontlinie immer effektiver und massenhafter Drohnen einsetzen. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Moskau wirft Berlin, Paris und London „destruktive Politik“ im Ukraine-Krieg vor
Der stellvertretende russische Außenminister Michail Galusin hat den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens eine „destruktive Politik“ im Ukraine-Krieg vorgeworfen. Galusin empfing die drei Diplomaten am Donnerstag in Moskau, wie das russische Außenministerium mitteilte. Die Regierungen in Berlin, Paris und London ermutigten die Kiewer Führung, den Krieg gegen Russland mit direkter Unterstützung einer westlichen Koalition fortzusetzen. Der französische Botschafter Nicolas de Riviere sprach nach dem Treffen vor Journalisten jedoch von einem „guten Gespräch“. Eine Erklärung der drei westlichen Staaten (E3) wurde für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.
Moskau: Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im Außenamt
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens treffen zu einem Gespräch im russischen Außenministerium ein. Dies teilt das Ministerium in Moskau mit, ohne jedoch einen Grund oder weitere Einzelheiten zu nennen. Das Außenministerium veröffentlicht zudem ein Video, das die Ankunft der drei Diplomaten am Gebäude im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigt.
Ukraine gehört „in längerer Perspektive“ in die EU
Die Ukraine gehört „in der längeren Perspektive zur EU“, sagt Kanzler Friedrich Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Ukraine habe bemerkenswerte Reformfortschritte geschafft, weshalb er eine assoziierte Mitgliedschaft vorgeschlagen habe. Das würde eine reguläre Teilnahme der Ukraine an den EU-Spitzentreffen ermöglichen. „Ein ukrainischer Kommissar, noch ohne Portfolio und Stimmrecht, wäre Kiews Gesicht in Brüssel“, sagt Merz. Er schlage zudem vor, dass ukrainische Abgeordnete ohne Stimmrecht an den Beratungen des Europäischen Parlaments teilnehmen könnten. Der Kanzler betont, dass eine Vollmitgliedschaft strikt von der Erfüllung der Aufnahmebedingungen abhänge. Man werde die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland so lange unterstützen, wie nötig.
Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilte die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten. „Die Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig“, sagte die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung.
Russland: Feuer in Afipsky-Raffinerie nach Drohnenangriff in Region Krasnodar
Die südrussische Region Krasnodar ist örtlichen Behörden zufolge Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Behörden teilten mit, dass infolge des Angriffs in der Afipsky-Raffinerie ein Feuer ausgebrochen ist. Zudem sei in der Gegend um Afipsky eine Gaspipeline beschädigt worden.
Wadephul: EU-Beitrittsverhandlungen mit Ukraine beginnen bald
Bundesaußenminister Johann Wadephul geht davon aus, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine bald aufgenommen werden können. „Ich denke, dass wir jetzt in der Schlussphase der Verhandlungen sind, dass die Cluster eröffnet werden können“, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz mit der ungarischen Außenministerin Anita Orban in Berlin. Dies sei nach der Einigung Ungarns mit der Ukraine über den Schutz von Minderheiten möglich geworden. Orban kündigt ein baldiges Treffen von Ungarns neuem Ministerpräsidenten Peter Magyar und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an.



