Ukraine zahlt Prämien für gefangene und getötete Feinde – Newsblog
Ukraine zahlt Prämien für gefangene und getötete Feinde

Die Ukraine zahlt ihren Soldaten Prämien von bis zu 100.000 Hrywnja (etwa 1955 Euro) für gefangengenommene oder getötete feindliche Kämpfer. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kyjiw am Montag mit. Die Prämie fällt höher aus, wenn der gegnerische Soldat noch lebt – also gefangengenommen wurde. Für einen getöteten Feind zahlt das Ministerium eigenen Angaben zufolge – gemeinsam mit dem regulären Sold – eine Prämie von etwa 290 Euro aus. Die Tötung eines militärischen Gegners im Schusswechsel oder im Nahkampf muss zudem durch eine entsprechende Videoaufzeichnung bestätigt werden, schreibt das Ministerium weiter. Für den Fall, dass mehrere ukrainische Soldaten bei der Gefangennahme eines Gegners beteiligt waren, wird die Prämie unter ihnen aufgeteilt. Gefangengenommene Feinde sind für die Ukraine generell wertvoll, da sie wichtige Informationen liefern können und gegen von Russland gefangengenommene ukrainische Soldaten eingetauscht werden können.

Dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgeschossen

Die russische Luftabwehr hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Behörden Dutzende ukrainische Drohnen mit Ziel Moskau abgefangen. „Sechs feindliche Drohnen, die in Richtung Moskau unterwegs waren, wurden von den Luftverteidigungskräften des Verteidigungsministeriums abgeschossen“, schrieb der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, auf der staatlichen Online-Plattform Max. Er nannte eine Gesamtzahl von 46 abgefangenen ukrainischen Drohnen. Die Helfer der Rettungsdienste seien an den Orten im Einsatz, an denen die Trümmer niedergegangen seien, erklärte Sobjanin weiter. In der Region Moskau ist bei dem Angriff nach Angaben der Behörden ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen. Trümmerteile einer Drohne seien auf ein Wohnhaus gestürzt, teilte der Gouverneur der russischen Hauptstadt-Region, Andrej Worobjow, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das Baby sei zusammen mit einem weiteren Kind und zwei anderen Überlebenden aus dem Gebäude gerettet worden, jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. In der russischen Grenzregion Belgorod kam zudem in der Nacht zu Dienstag ein Mann bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben, wie die dortigen Behörden mitteilten. Insgesamt hat die russische Luftabwehr in der Nacht 419 Drohnen abgefangen, wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium melden. Am Donnerstag und Freitag hatte die russische Luftabwehr nach eigenen Angaben 660 ukrainische Drohnen abgeschossen, eine der höchsten Zahlen seit Beginn des Krieges.

Gericht verhängt Haftstrafe gegen russischen Ukraine-Veteran

Ein russischer Ukraine-Veteran, der dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Meuterei gedroht hatte, ist zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in der Region Woronesch befand Alexander Lunin schuldig, „extremistische Symbole“ gezeigt zu haben. Nähere Angaben zu den Symbolen oder zur Dauer der Haftstrafe machte das Gericht am Montag nicht. Lunin selbst teilte im Onlinedienst Telegram mit, er sei zu einer elftägigen Haftstrafe verurteilt worden. Lunin hatte sich zu Beginn der russischen Offensive in der Ukraine 2022 freiwillig gemeldet und war laut Medienberichten auch an der Front. In der vergangenen Woche veröffentlichte der 39-Jährige dann auf der Onlineplattform Instagram Videos, in denen er ein Treffen mit Putin fordert. In einem der Videos wirft er russischen Kommandeuren Folter und Missbrauch von eigenen Soldaten vor, die sich weigerten, „sinnlose, selbstmörderische Anweisungen“ zu befolgen. „Wenn ich nicht bald in den Kreml komme und live spreche, direkt neben Ihnen, wird die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten“, drohte Lunin. Das am Donnerstag veröffentlichte Video erzielte Millionen Aufrufe. Russland hat seit Beginn seiner Offensive gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren weitreichende Zensurmaßnahmen nach Kriegsrecht eingeführt und so Kritik an der Regierung und der Militärführung zum Schweigen gebracht.

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Polen fasst Handlanger russischer Geheimdienste

Der polnische Geheimdienst hat elf mutmaßliche Handlanger russischer Geheimdienste festgenommen, die Ukraine-Flüchtlinge für die Teilnahme an Demonstrationen bezahlt haben sollen. Bei den Verdächtigen handele es sich um neun ukrainische und zwei belarussische Staatsbürger, teilte Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak auf X mit. Alle sollen aus Polen ausgewiesen werden. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten alle Tatverdächtigen Verbindungen nach Russland und Belarus. Sie sollen unter den in Polen lebenden ukrainischen Kriegsflüchtlingen Teilnehmer für Demonstrationen rekrutiert und entlohnt haben. Die Inspirationen und auch die Mittel dafür seien demnach aus Russland gekommen.

Weitere Entwicklungen im Ukraine-Krieg

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, dass jeder Versuch, über die Zukunft der Ukraine ohne Beteiligung Kyjiws zu entscheiden, zum Scheitern verurteilt sei. Mit Blick auf die Debatte über den sogenannten „Geist von Anchorage“ betonte er, dass kein Verhandlungsformat zu einer tragfähigen Lösung des Krieges führen könne, wenn die Position der Ukraine unberücksichtigt bleibe. Der Begriff „Geist von Anchorage“ wird in jüngster Zeit vor allem von russischer Seite verwendet. Moskau verweist dabei auf die Kontakte zwischen Russland und den USA nach dem Treffen der Präsidenten beider Staaten in Anchorage (Alaska). Nach Darstellung des Kremls sei dort die Grundlage für eine spätere Beilegung des Krieges gelegt worden. Die Ukraine und die USA weisen diese Darstellung jedoch zurück und betonen, dass es keine Vereinbarungen über die Zukunft der Ukraine ohne Beteiligung Kyjiws gegeben habe.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Er werte den Vorstoß aus Kyjiw lediglich als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Eine Rettung der Regierung in Kyjiw gehöre nicht zu den russischen Plänen.

Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilt der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw kam eine Person bei einem Raketenangriff auf die Stadt Smijiw ums Leben, acht weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder, erklärt Gouverneur Oleh Synjehubow. Zudem starb nach Polizeiangaben ein Beamter bei der Evakuierung von Anwohnern in einer anderen Gemeinde der Region. In der ebenfalls an Russland grenzenden Region Sumy wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine ältere Frau getötet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetzesprojekt zur Errichtung einer Gedenkstätte für alle herausragenden Persönlichkeiten der Ukraine ins Leben gerufen. „Ich habe heute den Gesetzentwurf für ein nationales Pantheon in das Parlament eingebracht“, sagte er bei einer Veranstaltung zum Tag der Verfassung. „Die Namen aller Helden, die in verschiedenen Jahrhunderten und Epochen für die Ukraine gekämpft und die Ukraine inspiriert haben, werden vereint und für immer in unsere Geschichte eingeschrieben.“