Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels zerstört. Die Basis liegt rund 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das Militärflugzeug sei von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden, teilte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst X mit. „Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv“, erklärte der Präsident.
Proteste gegen Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow
In Kiew und anderen Städten der Ukraine dauern Demonstrationen gegen die Personalpolitik von Präsident Selenskyj den dritten Tag in Folge an. Die Demonstranten fordern vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform meldete. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Gemeinsames Zeichen der Proteste waren die Losungen auf braunen Papptafeln.
Selenskyj: Tote und Verletzte bei russischen Angriffen
In der Ukraine sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen nach Angaben von Präsident Selenskyj erneut mehrere Menschen getötet und verletzt worden. „In Odessa wurden zwei Menschen getötet, als Folge des nächtlichen russischen Raketenangriffs auf ein Wohngebäude“, teilte Selenskyj auf X mit. Es gebe auch fünf Verletzte. Bei einem Luftangriff in der ebenfalls im Süden gelegenen Region Saporischschja seien zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden.
Ukraine greift erneut russische Schiffe im Schwarzen Meer an
Die Ukraine setzt ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fort. Zwölf weitere Schiffe seien getroffen worden, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffen wurden, auf 159.
Großbritannien erhöht Militärpräsenz in Estland
Großbritannien wird seine militärische Präsenz in Estland erhöhen. Im kommenden Frühjahr sollen 300 weitere britische Soldaten samt Waffen und Ausrüstung in dem an Russland grenzenden EU- und Nato-Land stationiert werden. Damit werde deren Gesamtzahl vor Ort auf 1.200 steigen. Dies sieht eine von den Verteidigungsministerien in Tallinn und London unterzeichnete Vereinbarung vor. Darin wurde auch eine engere Kooperation in anderen militärischen Bereichen und der Rüstungsindustrie festgelegt. „Wir verstärken unsere Präsenz in Estland, um Nato-Territorium zu verteidigen und Russland abzuschrecken“, wurde der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis in einer Mitteilung zitiert. Die Truppe werde „mit hochmobilen Fahrzeugen, fortschrittlichen Waffensystemen und Hightech-Drohnen“ ausgerüstet sein. Deren Verlegung soll nach Angaben seines estnischen Kollegen Hanno Pevkur noch in diesem Jahr beginnen.
Selenskyj schlägt Geheimdienstchef Chmara als neuen Verteidigungsminister vor
In der Ukraine hat Präsident Selenskyj den Geheimdienstler Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister vorgeschlagen. Die Kandidatur werde bald im Parlament eingereicht, teilte der Staatschef auf Telegram mit. Bis zur Absolvierung aller rechtlichen Verfahren werde Chmara das Ministerium geschäftsführend leiten. Gemäß Verfassung hat der Präsident das Vorschlagsrecht für den Posten des Verteidigungsministers. Zuvor war Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister entlassen worden. Gegen diese Entscheidung gibt es in der Ukraine landesweit große Demonstrationen. Chmara leitete den Geheimdienst SBU seit Januar geschäftsführend. Er gilt als Experte für Drohneneinsätze im russischen Hinterland und hat den Rang eines Generalmajors inne. Dem ukrainischen Gesetz nach muss der Minister jedoch ein Zivilist sein.
Ukraine weist russische Vorwürfe zu AKW-Angriff von sich
Das ukrainische Außenministerium weist russische Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Angriff zurück, bei dem der Chefingenieur des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet wurde. „Es wird keine unabhängige Bestätigung der russischen Version oder ein Beweis für die Beteiligung der Ukraine vorgelegt“, teilt das Ministerium auf Telegram mit. Informationen der russischen Besatzungsbehörden könnten nicht als zuverlässig angesehen werden. Russland versuche, mit den Anschuldigungen die internationale Gemeinschaft mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern.
Russland greift zivile Schiffe an
Russland hat in den ersten beiden Juliwochen nach Angaben der ukrainischen Hafenbehörde 23 Mal Häfen und 17 Mal zivile Schiffe angegriffen. Händlern und Analysten zufolge haben die Angriffe zu einem teilweisen Stopp der Getreidelieferungen und einer fast vollständigen Aussetzung der Getreidekäufe in den Hafenterminals geführt.
Polen fängt russische Flugzeuge ab
Die polnische Luftwaffe hat nach Militärangaben drei Tage hintereinander russische Kampfflugzeuge über der Ostsee abfangen müssen. „Die Russen testen erneut die Leistungsfähigkeit unserer Flugabwehrsysteme“, schrieb Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Demnach fingen zwei polnische Maschinen aus Malbork zunächst zwei russische Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 ab. Dann sei ein russisches Aufklärungsflugzeug etwa 30 Kilometer vor der pommerschen Ostseeküste bei Jastrebia Gora gesichtet worden. Die polnischen Flieger hätten die Iljuschin Il-20 weiter aufs Meer hinaus eskortiert, wo schwedische Jets die Begleitung übernommen hätten. Der polnische Luftraum sei in beiden Fällen nicht verletzt worden, teilte der Verteidigungsminister mit.
Russland und Ukraine tauschen Gefallene aus
Die Ukraine und Russland haben inmitten laufender Kampfhandlungen erneut Leichen gefallener Soldaten ausgetauscht. Kiew habe 501 Soldatenleichen erhalten, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange bei Telegram mit. Moskau sind Medienberichten zufolge wiederum die Überreste von 31 russischen Soldaten übergeben worden. Seit Anfang 2025 hat die Ukraine damit fast 21.000 Gefallene zurückerhalten. Gleichzeitig wurden Russland nur etwas über 660 Soldatenleichen übergeben.
Scheidender Verteidigungsminister Fedorow bestätigt Konflikt mit Armeeführung
In der Ukraine hat der populäre scheidende Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow einen Konflikt mit der Armeeführung bestätigt. „Wir mussten feststellen, dass alle unsere Initiativen blockiert wurden und (Oberbefehlshaber Olexander) Syrskyj nicht bereit ist, offen und direkt über die Probleme zu sprechen“, sagte Fedorow in Kiew. Er warf Syrskyj vor, intrigiert zu haben. Syrskyj habe Präsident Selenskyj ultimativ vor die Wahl gestellt, sich zwischen Fedorow und Syrskyj zu entscheiden. Gleichzeitig erklärte Fedorow, dass er selbst eine Ablösung von Syrskyj und Generalstabschef Andrij Hnatow angestrebt habe. „Wir haben keine andere Wahl, wenn wir den Feind asymmetrisch mit minimalen Verlusten besiegen wollen“, begründete er das Vorhaben. Fedorow machte noch einmal deutlich, dass er auf die Weiterentwicklung der Drohnentruppen setze. Fedorow machte Syrskyj für die Zwangsmobilisierungen von wehrpflichtigen Männern für den Krieg verantwortlich. Fedorow wollte nach eigenen Worten das System zur Rekrutierung von Soldaten reformieren und die Zwangsmobilisierung vermeiden.
Kreml spielt Russlands Wirtschaftsprobleme herunter
Die russische Regierung hat im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wirtschaftliche Probleme eingeräumt. „Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Regierung und Präsident Wladimir Putin wüssten, was zur Steuerung und Verbesserung der Lage zu tun sei. „Die makroökonomische Stabilität ist vollständig gewährleistet“, fügte er hinzu. Peskow reagierte damit auf eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Zentralbank, die eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in den Unternehmen zeigte. Der Geschäftsklimaindex der Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler. Dies ist der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Gleichzeitig stiegen die Preiserwartungen der Unternehmen deutlich.
Selenskyj prüft Nachfolge für Fedorow
Der ukrainische Präsident Selenskyj prüft nach eigenen Angaben noch die Nachfolge für den entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der bisherige Innenminister Ihor Klymenko sei einer von mehreren Kandidaten, die zur Diskussion stünden, sagt Selenskyj. Er werde die Angelegenheit erneut prüfen. Dem Parlament lägen noch keine offiziellen Vorschläge vor. Die Entlassung Fedorows hatte in Kiew und anderen Städten des Landes seltene Proteste in Kriegszeiten ausgelöst.
Ukraine bestätigt neuen Ministerpräsidenten
Das ukrainische Parlament hat Serhij Korezkyj als neuen Ministerpräsidenten des Landes bestätigt. Korezkyj, bisher Chef des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz, erhielt am Donnerstag 289 Ja-Stimmen. Seine Ernennung ist Teil einer umfassenden Regierungsumbildung durch Präsident Selenskyj. Selenskyj hatte Korezkyj mit Verweis auf dessen Erfolgsbilanz im Energiesektor nominiert. Aktuell protestieren Hunderte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude gegen Selenskyjs Entscheidung, Verteidigungsminister Fedorow nach nur sechs Monaten im Amt zu entlassen. Kritiker warnten, dieser Schritt könne Reformen der Streitkräfte während des Krieges gefährden. Selenskyj nannte öffentlich keinen Grund für den erwarteten Abschied Fedorows.
Deutschland und Frankreich verstärken Ostflanke der Nato
Die deutsch-französische Brigade soll den Schutz an der Ostflanke der Nato verstärken. Der Verband wurde dazu dem regionalen Hauptquartier des Bündnisses im polnischen Stettin (HQ MNC NE) zugeordnet, wie das Heer mitteilte. Es werde nun umfassende Schulungen, Übungen und Planungen geben, sagte dessen Inspekteur, Generalleutnant Christian Freuding, in Müllheim in Baden-Württemberg, wo der Stab des Verbandes seinen Sitz hat. Der Verband erhält zudem einen Auftrag für den rückwärtigen Raum des Multinationalen Korps Nordost, das von Stettin aus geführt wird. Der deutsch-französischen Brigade gehören etwa 5.500 Männer und Frauen beider Staaten an, die in sechs Kasernen auf beiden Seiten der Grenze stationiert sind.
Ukraine attackiert Großstadt und Öldepots an der Wolga
Ukrainische Drohnen sind nach Angaben der örtlichen Behörden in ein Wohnhaus der südrussischen Großstadt Engels an der Wolga eingeschlagen. Schrieb Gouverneur Roman Bassurgin zunächst in sozialen Netzwerken, dass es keine Verletzten gebe, teilte die Staatsanwaltschaft später mit, dass Menschen zu Schaden gekommen seien. Details gab die Behörde nicht bekannt. Medienberichten zufolge haben die Drohnen zudem ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte ausgelöst. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen haben diese Berichte bislang nicht bestätigt.
Ukraine: Haben russische Öltanker im Schwarzen Meer getroffen
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Marine zwei Tanker der russischen „Schattenflotte“ im Schwarzen Meer mit Seedrohnen getroffen. Bei den Schiffen handele es sich um die Tanker „Louise 1“ und „Banda“, die zum Transport von russischem Rohöl genutzt worden seien, teilt der SBU weiter mit. Beide Schiffe stünden unter ukrainischen Sanktionen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Scheidender britischer Premier Starmer reist nach Kiew
Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer reist am Donnerstag zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach Kiew. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilt sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskyj über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten, heißt es in der Erklärung weiter. Starmer wird am Montag von seinem Amt zurücktreten. Sein Nachfolger soll der Labour-Politiker Andy Burnham werden.
Raketenangriffe auf Kiew – zwei Tote und mehrere Verletzte
Bei russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind am frühen Morgen nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Sechs weitere Personen seien verletzt worden, teilt Bürgermeister Witali Klitschko auf Telegram mit. Nach Angaben der Rettungsdienste brachen durch Raketeneinschläge Brände in Lagerhallen und an geparkten Lastwagen aus. Es war bereits der sechste derartige Angriff auf die Hauptstadt im Juli. Auch die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer geriet unter Beschuss. Dabei sei eine Bildungseinrichtung beschädigt worden, teilt der dortige Militärverwaltungschef Serhij Lyssak mit.
Selenskyj will Chef von Energiekonzern als Ministerpräsidenten
Der ukrainische Präsident Selenskyj will den bisherigen Leiter eines staatlichen Energiekonzerns zum Regierungschef machen. Den Antrag zur Ernennung von Serhij Korezkyj zum Ministerpräsidenten reichte er im Parlament ein, wie Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk bei Facebook schrieb. „Das Parlament wird ihn in Kürze entsprechend dem festgelegten Verfahren prüfen“, fügte er hinzu. Wann die Abstimmung darüber erfolgen soll, gab Stefantschuk nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie bereits am Donnerstag erfolgt. Korezkyj leitete bisher den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Selenskyj hatte ihn zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die laufenden Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet.
Indien erhöht Sondersteuern auf Treibstoffexporte
Indien erhöht angesichts steigender weltweiter Ölpreise die Sondersteuern auf den Export von Diesel und Kerosin. Einer Regierungsverordnung zufolge steigt die Abgabe für Diesel von 8,5 auf 15,5 Rupien (0,14 Euro) pro Liter und für Kerosin von 7,5 auf 14,5 Rupien. Die Exportsteuer für Benzin sinkt dagegen. Die neuen Sätze gelten ab dem 16. Juli.
Russische Energiekonzerne bitten Indien um Benzin
Führende russische Energiekonzerne bitten Insidern zufolge indische Raffinerien um Benzinlieferungen, nachdem ukrainische Angriffe einen erheblichen Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahmgelegt haben. Mindestens eine Ladung indischen Benzins sei bereits nach Russland unterwegs und weitere würden erwartet, sagt eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den russischen Unternehmen, die Kontakt aufgenommen haben, gehören demnach Rosneft, Gazprom Neft und Lukoil. Drei indische staatliche Ölverarbeiter erklären, sie hätten keine Überschüsse für den Export. Die genannten Konzerne sowie das russische Energieministerium äußern sich zunächst nicht dazu.
Russland: Chefingenieur von AKW Saporischschja durch Drohne getötet
Der Chefingenieur des von Russland kontrollierten Atomkraftwerks Saporischschja, Alexej Jakowlew, ist nach russischen Angaben bei einem ukrainischen Angriff getötet worden. Eine Drohne habe einen Dienstwagen zwischen dem Kraftwerk und der Stadt Enerhodar getroffen, teilt der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, mit. Dabei seien Jakowlew und sein Fahrer ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.
EU-Staaten können sich nicht auf neue Russland-Sanktionen einigen
Die Botschafter der EU-Staaten können sich vorerst nicht auf ein 21. Sanktionspaket gegen Russland einigen. Die Obergrenze für den Preis von russischem Rohöl bleibt jedoch bis zum 23. Juli unverändert bei 44,10 Dollar pro Barrel, wie ein EU-Diplomat sagt. Die Verhandlungen über das Paket, das im Juni vorgeschlagen wurde, dauern an. Es richtet sich unter anderem gegen russische Banken, Krypto-Netzwerke, die Drohnenproduktion sowie Ölhändler und Raffinerien. Dem litauischen Außenminister Kestutis Budrys zufolge sind die EU-Staaten uneins über ein vorgeschlagenes Verbot für maritime Dienstleistungen und strengere Beschränkungen für russisches Flüssigerdgas (LNG). Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte in dieser Woche vor einer fehlenden Einigung gewarnt.



