Das US-Militär hat nach eigenen Angaben eine zweite Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Die Operation begann um 15 Uhr US-Ostküstenzeit (21 Uhr deutscher Zeit), wie das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Die Angriffe richten sich gegen militärische Fähigkeiten des Iran, die genutzt worden seien, um Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Damit setzen die USA ihre Militärschläge fort, die sie in den vergangenen Tagen bereits mit ähnlicher Begründung durchgeführt hatten.
US-Präsident Trump droht mit weiteren Angriffen
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran jüngst erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum setze, bevor das US-Militär Bombenangriffe auf Brücken beginne, sagte Trump: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“ Am Dienstag hatte Trump in einem Interview des US-Senders Fox News noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“. Er kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.
Iranische Luftabwehr in Teheran aktiviert
In Teheran wurden am Donnerstagmorgen die Luftabwehrsysteme aktiviert, wie iranische Staatsmedien berichteten. „Das Signal zur Aktivierung der Verteidigungssysteme war in mehreren Teilen Teherans zu hören“, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Unter anderem sei der Alarm „im Westen und Osten der iranischen Hauptstadt“ zu hören gewesen. Opfer wurden zunächst nicht gemeldet. Die Nachrichtenagenturen Irna und Mehr berichteten zudem von lauten Explosionen im Westen und Norden des Iran, betroffen seien die Provinzen Lorestan und Semna.
Iran lässt US-Bürgerin frei – Geste des guten Willens
Die iranische Führung hat eine seit mehr als anderthalb Jahren festgehaltene US-Staatsbürgerin ausreisen lassen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: „Sie befindet sich nun sicher außerhalb des Iran und ist wohlauf. Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens von Seiten des Iran zu schätzen!“ Trump machte keine Angaben zur Identität der Frau, erklärte aber, dass sie seit Dezember 2024 „zu Unrecht“ vom Iran festgehalten worden sei.
Der Menschenrechtsanwalt Jared Genser identifizierte die Freigelassene als Dena Karari, eine US-iranische Staatsbürgerin. Seine Mandantin sei „aufgrund haltloser Anschuldigungen wegen angeblicher Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat und Spionage“ im Iran festgehalten worden. Nun habe sie das Land verlassen können und sei „auf dem Rückweg in die Vereinigten Staaten“. Karari war durch ihre Tätigkeit für die gemeinnützige Organisation „Children of Mehr Foundation“ ins Visier der Behörden geraten. Sie sei mit einem Ausreiseverbot belegt gewesen und „dutzende Male vom berüchtigten iranischen Geheimdienst- und Sicherheitsministerium verhört“ worden, dabei sei sie „enormen körperlichen und psychischen Strapazen“ ausgesetzt gewesen.
Großbritannien verbietet Revolutionsgarden – Iran bestellt Botschafter ein
Nach der Ankündigung eines De-facto-Verbots der iranischen Revolutionsgarden durch Großbritannien bestellte Teheran den britischen Botschafter Hugo Shorter ein. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, Teheran werde auf das Verbot mit einer „gleichwertigen und entschlossenen Antwort“ reagieren. Die britische Regierung hatte am Montag Pläne bekannt gegeben, die Revolutionsgarden und eine weitere mit dem Iran verbundene Gruppe als Gefahr für die nationale Sicherheit einzustufen und damit faktisch zu verbieten.
Trump: „Wir werden den Iran bald besiegt haben“
US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem raschen militärischen Erfolg gegen den Iran. „Wir werden den Iran bald besiegt haben. Sie werden sehr bald besiegt sein“, sagte Trump bei einer Veranstaltung in Pennsylvania. Die Führung in Teheran wolle unbedingt eine Übereinkunft erzielen. „Wir werden sehen, ob wir uns mit ihnen einigen oder ob wir es einfach zu Ende bringen“, erklärte er weiter.
Sirenen in Bahrain und Kuwait – Angriffe auf Verbündete der USA
Kurz nach Beginn der neuen US-Angriffswelle heulten im Golfstaat Bahrain erneut Sirenen. Das Innenministerium rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben. Bahrain gehört zu den Ländern, die im Konflikt immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe wurden. Auch Kuwait ist Angriffen ausgesetzt: Allein am Mittwoch fingen die Streitkräfte vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält in beiden Ländern sowie in anderen arabischen Staaten Militärstützpunkte.
Explosionen nahe US-Konsulat in Erbil
Nahe des US-Konsulats in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil waren mehrere Explosionen zu hören. AFP-Journalisten berichteten, mehrere Drohnen seien über Erbil sichtbar gewesen, ehe sie von der Luftabwehr abgeschossen wurden. Daraufhin seien Explosionen zu hören gewesen und Rauchwolken aufgestiegen. Bislang hat keine Gruppe den Angriff für sich reklamiert. Das US-Konsulat in Erbil war im Laufe des Iran-Krieges mehrfach mit Drohnen und Raketen angegriffen worden.
Insider: US-Angriffe bereiten umfassendere Operationen vor
Die jüngsten US-Angriffe auf den Iran dienen Insidern zufolge nicht nur der Sicherung der Straße von Hormus, sondern bereiten auch mögliche umfassendere Militäroperationen vor. Die Bombardements sollten die iranische Luftabwehr sowie Radaranlagen und Raketenstellungen schwächen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Dies erweitere die militärischen Optionen von Präsident Trump. Einem Insider zufolge handele es sich um vorbereitende Maßnahmen für den Fall, dass die US-Streitkräfte den Befehl für intensivere Einsätze erhielten.
Trotz schwerer Verluste seit Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar verfügt der Iran weiter über ein beträchtliches Drohnen- und Raketenarsenal. Um die Straße von Hormus besser abzusichern, hat das US-Militär Pläne für eine Entsendung von Truppen an die iranische Küste ausgearbeitet, wie Reuters im März berichtete. Dabei sei auch der Einsatz von Bodentruppen auf der Insel Charg diskutiert worden, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Trump hatte am Dienstag erklärt, er habe das Militär angewiesen, die Ölanlagen auf Charg bei bisherigen Angriffen zu verschonen.
Iran: Keine Bindung an US-Vereinbarung ohne eigenen Nutzen
Der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sieht keinen Grund, sich an eine Absichtserklärung mit den USA zu halten, wenn das Land nicht davon profitiere. Die Islamische Republik befinde sich in einem existenziellen Krieg gegen die USA, deren Ziel es sei, das iranische System zu stürzen und das Land zu spalten. Die Streitkräfte hätten freie Hand, um der Aggression des Feindes entgegenzutreten. Zugleich betonte Ghalibaf, dass auch Diplomatie und Verhandlungen eingesetzt werden müssten, um nationale Interessen zu wahren.
USA verhängen Sanktionen gegen Waffenbeschaffungsnetzwerk für Iran
Die US-Regierung verhängte Sanktionen gegen Personen und Unternehmen, die als Teil eines internationalen Netzwerks den Iran bei der Waffenbeschaffung unterstützen sollen. Betroffen seien iranische und russische Staatsbürger sowie Einrichtungen im Iran, in Russland und in Nigeria, teilte das US-Finanzministerium mit. Der Iran nutze ausländische Luftfahrt- und Transportunternehmen sowie Finanzkanäle, um die Rolle der Revolutionsgarden beim illegalen Erwerb zu verschleiern.
Israelisch-libanesische Gespräche in Rom – Fortschritte bei Pilotzonen
Die direkten Friedensverhandlungen zwischen Israel und dem Libanon in Rom sind nach US-Angaben „produktiv und positiv“ verlaufen. Die Teilnehmer hätten sich auf „die Struktur und die Richtlinien“ für die sogenannten Pilotzonen verständigt, aus denen sich die israelische Armee schrittweise zurückziehen soll. Ende Juni hatten sich beide Seiten unter US-Vermittlung auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die Vereinbarung über die Pilotzonen soll in den kommenden Tagen abgeschlossen und umgesetzt werden.
Irak weist Banken an, Sanktionen gegen Hisbollah umzusetzen
Der Irak hat seine Banken und Finanzinstitutionen angewiesen, neue US-Sanktionen gegen mutmaßliche Unterstützernetzwerke der libanesischen Hisbollah und des Islamischen Staats umzusetzen. Die Maßnahmen zielten darauf ab, den Zugang sanktionierter Personen und Organisationen zum irakischen Finanzsystem zu unterbinden. US-Behörden werfen Hisbollah-nahen Netzwerken vor, das irakische Finanzsystem zu nutzen, um Gelder zu bewegen und Sanktionen zu umgehen.
Im Iran inhaftierter Brite zu weiteren zwei Jahren verurteilt
Der im Iran mit seiner Ehefrau inhaftierte Brite Craig Foreman ist zu zwei weiteren Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er mit der Presse gesprochen habe, erklärte sein Stiefsohn Joe Bennett. Foreman und seine Frau Lindsay waren im Februar wegen Spionagevorwürfen bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Beide befinden sich seit Wochen im Hungerstreik. Ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich, so Bennett. Die iranischen Behörden beschuldigten das Paar, sich als Touristen ausgegeben zu haben, um Informationen zu sammeln.
Israelische NGO kritisiert Siedlungsausbau scharf
Die israelische Nichtregierungsorganisation Peace Now hat den Regierungsplan zum Ausbau mehrerer Siedlungen im Westjordanland verurteilt. Regierungschef Benjamin Netanjahu und Finanzminister Bezalel Smotrich hatten eine Rahmenvereinbarung zum Bau von etwa 12.000 Wohneinheiten für umgerechnet mehr als 2,3 Milliarden Euro unterzeichnet. Peace-Now-Sprecherin Hagit Ofran sagte: „Aus der Perspektive der Regierung ist das ein doppelter Gewinn. Es gibt ungezügelten Neubau in den Siedlungen, zugleich wird die nächste Regierung an Verpflichtungen gebunden, die es schwierig machen, diese schreckliche Politik wieder zurückzufahren.“



