US-Umfrage: 59 Prozent sehen keine Aufstiegschancen mehr
US-Umfrage: 59 Prozent sehen keine Aufstiegschancen mehr

Wenige Monate vor den Kongresswahlen in den USA zeichnet eine neue Umfrage der Washington Post und des Instituts Ipsos ein düsteres Stimmungsbild: 59 Prozent der US-Amerikaner sind der Meinung, dass Menschen wie sie und ihre Familien keine echte Chance haben, ihren Lebensstandard zu verbessern. Nur 40 Prozent glauben noch an den sozialen Aufstieg. Dieser Pessimismus setzt einen lang anhaltenden Trend fort. Bei einer vergleichbaren Erhebung im Jahr 2000 glaubten noch 77 Prozent an gute Aufstiegschancen, 2018 waren es 65 Prozent. Nach Ausbruch der Coronapandemie sank dieser Wert erstmals unter die 50-Prozent-Marke.

Wirtschaftslage treibt schlechte Stimmung

Getrieben wird die Stimmung vor allem von den gestiegenen Lebenshaltungskosten. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) bezeichnen die Preise für Lebensmittel als „nicht bezahlbar“. 43 Prozent sagen, sie stünden finanziell schlechter da als zu Beginn von Trumps Amtszeit im Januar 2025; nur 17 Prozent geben an, es gehe ihnen unter Trump besser als zuvor. Für das kommende Jahr erwarten 48 Prozent eine schlechtere Wirtschaftslage.

Trumps Zustimmungswerte im Keller

In der Studie wurde auch die Zufriedenheit mit dem US-Präsidenten abgefragt. Trumps Zustimmungswert liegt demnach bei nur 37 Prozent, 61 Prozent sind mit seiner Amtsführung unzufrieden. Besonders schlecht bewertet wird seine Wirtschaftspolitik: Nur 33 Prozent billigen sie, 65 Prozent lehnen sie ab. Nach dem von Trump gefeierten Steuer- und Ausgabengesetz („One Big Beautiful Bill Act“) spüren die wenigsten eine Entlastung – lediglich 19 Prozent glauben, dadurch weniger Steuern zu zahlen. Auch die Zustimmung zu Trumps Iranpolitik sinkt: 69 Prozent blicken negativ auf die Situation am Golf, während 29 Prozent Trumps Kurs positiv gegenüberstehen – Ende April waren es noch 33 Prozent.

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Midterms als Stimmungstest

Die Zahlen fallen in eine heikle Phase: Am 3. November stehen in den USA Zwischenwahlen an, bei denen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der 100 Senatssitze neu vergeben werden. Die sogenannten „Midterms“ fallen traditionell auf die Hälfte der Amtszeit des amtierenden Präsidenten und gelten deshalb als wichtiger Stimmungstest. Für Trumps Republikaner stehen die Vorzeichen derzeit schlecht: In den Umfragen zur bundesweiten Sonntagsfrage für den Kongress liegen die Demokraten meist vorn.

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