Die USA verlegen inmitten des eskalierenden Konflikts mit dem Iran weitere Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, sind unter anderem F-16-Kampfjets vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel sowie F-35-Kampfjets von der Basis RAF Lakenheath in Großbritannien auf dem Weg in die Region. Zudem werden Tankflugzeuge verlegt. Die „New York Times“ bestätigt unter Berufung auf US-Beamte, dass die Entscheidung bereits vor dem Tod zweier US-Soldaten durch iranischen Beschuss am Freitag gefallen sei.
Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg mit den USA und Israel gesprochen. Im Gespräch mit dem regierungstreuen Medienaktivisten Dschawad Mogoi schilderte er, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. „Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren“, sagte Araghtschi mit Blick auf Israel und die USA. „Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht.“ Er fügte hinzu, die Lücke betreffe nicht nur Infiltration, sondern auch die Beeinflussung von Entscheidungsprozessen, wollte aber keine weiteren Details nennen.
Zwei US-Soldaten bei Angriffen in Jordanien getötet
Am Freitag wurden zwei US-Soldaten bei der Abwehr eines iranischen Raketen- und Drohnenangriffs in Jordanien getötet. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Todesfälle als „sehr traurige Sache“ und bekräftigte, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe. Das US-Militär schloss eine weitere Angriffswelle gegen Ziele der iranischen Revolutionsgarden ab, darunter Anlagen zur Küstenüberwachung, Luftverteidigung sowie Raketen- und Drohnenlager. Das US-Zentralkommando Centcom bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für den Tod der Soldaten.
Iran greift Ziele in Kuwait und Jordanien an
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait mit Drohnen angegriffen: ein Munitionslager im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Das Militär in Kuwait meldete die Abwehr feindlicher Raketen- und Drohnenangriffe. Zudem griff der Iran die jordanische Küstenstadt Akaba am Roten Meer an, wie die israelische Armee mitteilte. Der Flughafen und Hafen in Akaba wurden evakuiert. Die US-Botschaft sprach von einer „spezifischen und glaubwürdigen Bedrohung“.
USA warnen Staatsbürger weltweit
Das US-Außenministerium rief amerikanische Staatsbürger wegen der verschärften Spannungen weltweit zu „erhöhter Vorsicht“ auf, insbesondere im Nahen Osten. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“. Die EU und die Golfstaaten forderten den Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe einzustellen und die Straße von Hormus offen zu halten.
Iran meldet US-Angriff auf Atomkraftwerk
Der Iran meldete einen US-Angriff auf ein im Bau befindliches Atomkraftwerk in Darchowein an der Grenze zum Irak. Die iranische Atomenergiebehörde verurteilte den Angriff scharf. Der Druckwasserreaktor sollte eine Leistung von 300 Megawatt haben und um 2030 fertiggestellt werden.
Hinrichtungen im Iran nehmen zu
Im Iran wurden zwei weitere Männer im Zusammenhang mit den Protesten vom Winter hingerichtet: Erfan Esfandiari und Gol-Mohammed Mohammadi wurden für den Tod zweier Polizisten in Isfahan verantwortlich gemacht und im Morgengrauen gehängt. Seit Jahresbeginn wurden laut UN-Angaben mindestens 40 Menschen unter Verweis auf die nationale Sicherheit hingerichtet, darunter 18 Demonstranten. Der Iran ist nach China das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit.
Chamenei droht mit Vergeltung
Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, drohte den USA mit Vergeltung. „Nun, da der amerikanische Feind einen Krieg anzetteln will, sollte er wissen, dass die geliebte iranische Nation und die Achse des Widerstands ihm unvergessliche Lektionen zu bieten haben“, hieß es in einer Erklärung. Er bezeichnete die Unterschrift von US-Präsident Trump als wertlos.



