US-Vizepräsident JD Vance hat eingeräumt, dass die Regierung bei der Veröffentlichung der Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Fehler gemacht habe. In dem Podcast „The Joe Rogan Experience“ sagte er: „Wenn die Leute sagen wollen, wir hätten die Epstein-Veröffentlichung falsch gehandhabt: schuldig.“ Besonders die Kommunikation habe man „komplett vermasselt“. Gleichzeitig wies Vance den Vorwurf der Vertuschung zurück: „Aber glaube ich, dass wir es vermasselt haben, weil wir versucht haben, etwas zu verbergen? Nein.“
Vance schiebt Fehler auf Justizministerin Bondi
Vance machte für das Debakel vor allem falsche Behauptungen verantwortlich. Er verwies auf eine Aussage der damaligen Justizministerin Pam Bondi, die behauptet hatte, eine Kundenliste Epsteins liege auf ihrem Schreibtisch. Trump hatte Bondi Anfang April entlassen. Kritiker werfen der Regierung vor, dass geschwärzte Stellen in den Akten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche Mittäter schützen sollten.
Vance fordert vollständige Transparenz
Im Podcast forderte Vance eine schnellere und umfassendere Veröffentlichung: „Ich glaube, wir hätten einfach von Anfang an alles veröffentlichen sollen.“ Zwar räumte er ein, dass Zeit für die Sichtung und Schwärzung von Opferdaten nötig sei, doch man hätte das Material „so schnell wie möglich“ bereitstellen müssen.
Politikwissenschaftler sieht Taktik hinter Vances Eingeständnis
Politikwissenschaftler Robert Y. Shapiro von der Columbia University kritisierte Vances Aussagen gegenüber „Newsweek“ als taktisches Manöver: „Das kann die offenkundigen Lügen und die Behinderung nicht mindern, an denen Trump und sein Umfeld im Epstein-Skandal beteiligt waren. Vance kann das nicht übertünchen.“ Der Skandal um Epstein, der 2019 in seiner Gefängniszelle starb, hatte durch die Aktenveröffentlichung neue Brisanz erhalten.



