Wadephul in Finnland und Norwegen: Vier-Meter-Zaun gegen Putin
Wadephul in Finnland und Norwegen: Vier-Meter-Zaun

Wadephul besucht finnisch-russische Grenze

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Donnerstag die finnisch-russische Grenze besucht. In Vaalimaa, einem der wichtigsten Grenzübergänge, ließ er sich von finnischen Grenzschützern die Sicherungsmaßnahmen erklären. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Finnland seine Grenze massiv befestigt. Ein vier Meter hoher Zaun mit Stacheldraht erstreckt sich nun über mehrere Kilometer. „Dies ist einer der Orte, an dem sich die Sicherheit unseres Kontinents entscheidet“, sagte Wadephul vor Ort.

Bedrohung durch russische Atomkriegsschiffe

Die Reise führte den Minister auch nach Norwegen. Vor der Küste bei Bodø patrouillieren regelmäßig russische Atomkriegsschiffe. Die norwegische Marine hat ihre Präsenz verstärkt. Wadephul besichtigte einen norwegischen Marinestützpunkt und informierte sich über die Lage in der Arktis. „Putins Machthunger bedroht ganz Europa“, warnte der Minister. „Wir müssen unsere Verteidigungsfähigkeit stärken.“

6000-Menschen-Bunker in Norwegen

In Norwegen besichtigte Wadephul einen unterirdischen Bunker, der Platz für bis zu 6000 Menschen bietet. Der Bunker wurde im Kalten Krieg gebaut und dient heute als zivile Schutzanlage. „Solche Maßnahmen zeigen, wie ernst die Lage ist“, sagte Wadephul. Er kündigte an, die Erfahrungen aus Finnland und Norwegen in die deutsche Sicherheitspolitik einfließen zu lassen.

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Lehren für Deutschland

Wadephul betonte, dass Deutschland von den skandinavischen Ländern lernen könne. „Finnland und Norwegen haben jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Russland“, sagte er. Er plädierte für eine verstärkte Zusammenarbeit im Ostseeraum und in der Arktis. Konkret schlug er gemeinsame Manöver und einen Austausch von Grenzsicherungstechnologie vor.

Reaktionen aus der Politik

Die Opposition im Bundestag begrüßte die Reise, forderte aber konkrete Maßnahmen. „Schöne Worte allein reichen nicht“, kritisierte der außenpolitische Sprecher der Linken. Die Regierungskoalition zeigte sich zufrieden. „Wadephul setzt wichtige Akzente für die Sicherheit Deutschlands“, so ein Sprecher des Kanzleramts.

Hintergrund der Reise

Die Reise fand vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit Russland statt. Seit dem Krieg in der Ukraine haben die NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöht. Finnland und Norwegen gelten als besonders exponiert. Beide Länder teilen eine lange Grenze mit Russland. Die finnische Regierung hatte nach Kriegsbeginn die NATO-Mitgliedschaft beantragt.

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