Die Women's Tennis Association (WTA) führt einem Bericht zufolge verpflichtende Geschlechtertests für alle Spielerinnen ein. Wie das Portal „Bounces“ des Journalisten Ben Rothenberg berichtet, hat die WTA eine entsprechende Richtlinie erlassen. Demnach müssen sich alle WTA-Spielerinnen einem Test unterziehen, um ihre Teilnahmeberechtigung an Turnieren aufrechtzuerhalten. Die Richtlinie gilt bereits seit diesem Monat. Die WTA war für eine Stellungnahme angefragt.
WTA folgt IOC-Linie
Mit dieser Maßnahme folgt die WTA der Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das IOC hatte im März mitgeteilt, dass sich künftig alle Athletinnen einem Geschlechtertest unterziehen müssen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Transfrauen sollen in der Frauenkategorie künftig nicht mehr startberechtigt sein. Die neue Richtlinie geht auf eine von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eingesetzte Arbeitsgruppe zum „Schutz der Frauen-Kategorie“ zurück.
Hintergrund: Debatte um Box-Wettbewerb 2024
Auslöser für die verschärfte Politik war die Debatte um den Frauen-Boxwettbewerb bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Die Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting waren zuvor vom damaligen Box-Weltverband Iba von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erläuterten Geschlechtertests angeblich die Teilnahmekriterien nicht erfüllt hatten. Bei Olympia durften beide starten.
Auswirkungen auf den Tennis-Sport
Die Einführung der Geschlechtertests durch die WTA könnte weitreichende Folgen für den Tennis-Sport haben. Betroffen sind alle Spielerinnen, die an WTA-Turnieren teilnehmen wollen. Die genauen Testverfahren und Kriterien wurden bislang nicht veröffentlicht. Kritiker befürchten, dass die Tests intransparent und diskriminierend sein könnten. Befürworter hingegen sehen darin einen notwendigen Schritt zum Schutz des Frauen-Sports.



