Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am 24. Juli 2026 in einer Live-Präsentation die neuen Mitglieder seines Kabinetts vorgestellt. Die Personalentscheidungen umfassen bedeutende Wechsel an der Spitze der Unionsfraktion und des Kanzleramts.
Thorsten Frei wird neuer Fraktionsvorsitzender
Thorsten Frei (CDU) übernimmt den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag und folgt damit auf Jens Spahn. Frei, bisher Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, gilt als enger Vertrauter von Merz und soll die Fraktion in der neuen Legislaturperiode führen. Die Wahl durch die Fraktion steht noch aus, gilt aber als Formsache.
Nina Warken wird Kanzleramtschefin
Nina Warken (CDU) wird neue Chefin des Bundeskanzleramts. Sie folgt auf den bisherigen Amtsinhaber, der nicht näher benannt wurde. Warken war zuvor Staatsministerin im Kanzleramt und hat sich in dieser Position profiliert. Ihre Ernennung unterstreicht den Fokus auf eine stärkere Steuerung der Regierungsgeschäfte aus dem Kanzleramt.
Weitere Personalentscheidungen
Neben Frei und Warken gab es weitere Personalien. So wird der bisherige Finanzminister Christian Lindner (FDP) durch einen Nachfolger ersetzt, der noch nicht offiziell bestätigt ist. Auch das Verteidigungsministerium erhält eine neue Leitung: Boris Pistorius (SPD) bleibt allerdings im Amt, wie aus Regierungskreisen verlautet. Die genauen Ressortverteilungen werden in den kommenden Tagen erwartet.
Kanzler Merz betonte in seiner Ansprache die Kontinuität und zugleich den Erneuerungswillen seiner Regierung. „Wir brauchen ein Team, das die Herausforderungen unserer Zeit entschlossen angeht“, sagte Merz. Die Opposition kritisierte die Personalien als „Postengeschacher“ und forderte mehr Transparenz bei der Besetzung.
Reaktionen aus der Politik
Die SPD zeigte sich enttäuscht über die mangelnde Einbindung. „Der Kanzler hat die Koalitionspartner vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte ein Sprecher. Die Grünen hingegen begrüßten die Berufung Warkens als Signal für mehr Effizienz. Die AfD sprach von einer „Fortsetzung der Politik des Scheiterns“.
Die offizielle Vereidigung der neuen Kabinettsmitglieder ist für den 28. Juli 2026 geplant. Bis dahin sollen alle offenen Posten besetzt sein.



