ASB fordert zwölf Monate für neuen Zivildienst
ASB: Zivildienst muss zwölf Monate dauern

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat konkrete Bedingungen für die Wiedereinführung eines Zivildienstes gestellt. Der Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein fordert eine Mindestdauer von neun, besser zwölf Monaten sowie eine deutlich höhere Qualifizierung. Andernfalls „sitzen die Leute nur ihre Zeit ab“, warnte er gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Hintergrund: Bundesregierung bereitet Zivildienst vor

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an den Grundlagen für eine mögliche Rückkehr des Zivildienstes. Sollte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden, „müsste es ja auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben“, erklärte Unionsfraktionschef Thorsten Frei im Interview mit RTL/ntv. Im Bundesfamilienministerium laufen bereits Vorbereitungen für „unterschiedliche Situationen und Szenarien“.

ASB-Forderungen im Detail

Fleckenstein betonte, dass eine längere Dienstdauer notwendig sei, damit junge Menschen „die Chance haben, etwas zu lernen und eine Verbindung zu ihrer Aufgabe herzustellen“. Zudem müsse der Qualifizierungsanteil deutlich erhöht werden. „Ohne echte Qualifizierung und mit kürzerer Dauer sitzen die Leute nur ihre Zeit ab, das ist weder in ihrem Interesse noch in unserem.“

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Der ASB-Chef fordert außerdem die freie Wahl der Einsatzstelle und die Anrechnung bereits geleisteter Freiwilligendienste. „Wer also zum Beispiel schon ein FSJ gemacht hat oder sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz engagiert, soll nicht nochmal ranmüssen.“

Erfahrungen und Kapazitäten

Der ASB habe grundsätzlich gute Erfahrungen mit freiwilligen Diensten gemacht, so Fleckenstein. Deshalb sei sein Verband kein Anhänger von Zivil- und Ersatzdienst. Sollte ein solcher jedoch kommen, könnten etwa 2000 sogenannte Zivis beim ASB beschäftigt werden. Der Aufbau der entsprechenden Strukturen würde drei bis sechs Monate dauern.

Breite Debatte in der Koalition

Die Diskussion über die Wiedereinführung der Wehrpflicht und eines Zivildienstes wird in der Koalition intensiv geführt. Während die Union den Vorstoß vorantreibt, zeigen sich andere Parteien skeptisch. Die Vorbereitungen im Familienministerium deuten jedoch darauf hin, dass die Regierung ernsthaft mit einem Szenario rechnet, in dem beide Dienste wieder eingeführt werden könnten.

Der ASB gehört zu den großen Hilfsorganisationen in Deutschland und wäre bei einer Umsetzung ein wichtiger Träger für den Zivildienst. Die genannten Zahlen zeigen, dass der Verband bereits konkrete Planungen hat, um schnell reagieren zu können.

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