US-Präsident Donald Trump hat Iran erneut eine „letzte Chance“ für Verhandlungen eingeräumt. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus erklärte Trump, man befinde sich in Gesprächen, die auf Wunsch Irans zustande gekommen seien. Diverse Staaten hätten die USA gebeten, der Diplomatie noch eine Chance zu geben, so Trump.
Iran bestätigt nur Gespräche mit Oman
Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei widersprach jedoch: Iran führe bilaterale Verhandlungen, aber nicht mit den USA, sondern mit Oman. Es gehe um einen gemeinsamen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormus.
Trump hatte zuvor angekündigt, den größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abgesagt zu haben, um neuen Verhandlungen mit Iran eine Chance zu geben. Seinen Worten zufolge soll es bei den Gesprächen um eine Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus gehen. Die Meerenge solle bis Dienstag vollständig geöffnet werden. In einer zweiten Phase solle es dann um die „Denuklearisierung“ Irans gehen.
Wiederholte Drohungen und angebliche Gespräche
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump Teheran mit maximaler Härte droht. Erst Mitte Juli sagte er, es würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“. Ende Juni wütete er, die Islamische Republik Iran könnte nach US-Angriffen „nicht mehr existieren“. Im April schrieb er: „Eine gesamte Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkommen.“
In der Vergangenheit folgte auf sämtliche Drohungen Trumps die Verlautbarung, Iran hätte Gesprächen eingewilligt; die USA hätten bei den Verhandlungen die Oberhand. Wenn Iran Trumps Forderungen dann nicht nachging, donnerte Trump erneut gegen Teheran.
Trump wirft Iran Unehrlichkeit vor
Diesmal warf Trump Iran auf seiner Plattform Truth Social Unehrlichkeit vor. Im Weißen Haus bekräftigte er zudem, dass eine wie auch immer geartete Lösung in der Straße von Hormus nicht beinhalten dürfe, dass Iran dort Gebühren erhebe.
Cyberattacken auf US-Wasserversorgung
Unterdessen meldeten die Bundespolizei FBI und die Umweltschutzbehörde EPA Angriffe auf Wasser- und Abwasserversorger in mindestens sieben US-Staaten. Die Ermittler verdächtigen Iran. Dieser Cyberkrieg erreicht damit die Heimatfront der USA.



