Eine brisante Studie der Bahn-Gewerkschaft EVG sorgt für Aufsehen. Demnach droht 16 deutschen Städten der Verlust ihrer Fernverkehrsanbindungen durch IC- und ICE-Züge. Hintergrund ist der geplante Einstieg eines italienischen Bahnunternehmens in den deutschen Markt, der weitreichende Folgen haben könnte.
Studie der EVG zeigt bedrohte Städte
Die Untersuchung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) listet konkret auf, welche Städte zuerst ihre IC- oder ICE-Anbindung verlieren würden. Die genauen Namen der betroffenen Kommunen wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Die Gewerkschaft warnt vor einer Verschlechterung des Angebots im Schienenpersonenfernverkehr.
Gründe für die drohenden Streichungen
Als Hauptgrund nennt die Studie den bevorstehenden Markteintritt eines italienischen Bahnunternehmens. Dieser würde zu einem verstärkten Wettbewerb führen, der die Deutsche Bahn zwinge, ihr Streckennetz zu optimieren und unwirtschaftliche Verbindungen zu kappen. Besonders betroffen seien kleinere Städte und Regionen mit geringer Nachfrage.
Die EVG kritisiert die Pläne scharf. „Die Politik muss jetzt handeln, um eine flächendeckende Versorgung mit Fernverkehrszügen sicherzustellen“, fordert ein Sprecher. Andernfalls drohe eine Zweiklassengesellschaft im Bahnverkehr: Große Metropolen würden weiterhin gut angebunden, während ländliche Räume abgehängt würden.
Bislang hat sich die Deutsche Bahn nicht offiziell zu den Studienergebnissen geäußert. Branchenexperten rechnen jedoch damit, dass die Diskussion um die Zukunft des Fernverkehrs in Deutschland weiter an Fahrt gewinnen wird.



