Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) drängt langfristig auf eine Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung. „Wir brauchen ein gemeinsames System, wenn man eine große Reform haben will“, sagte sie am Montagabend bei einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf. „Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen“, so die Ministerin, die zugleich SPD-Vorsitzende ist.
Bas räumte ein, dass dies ein langer Weg sei. Dennoch könnten erste Schritte in Richtung einer Einbeziehung von Beamten bereits bei der jetzt geplanten Rentenreform unternommen werden. „Alle Bundesländer müssen dabei mitmachen“, betonte sie. „Deshalb muss man mit den Ministerpräsidenten darüber reden, wenn man das will.“
Finanzielle Lage der Rentenkasse
Die am Montag veröffentlichte Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zeigt die aktuelle Situation der Rentenkasse. Der Prognose zufolge würde der Beitragssatz 2027 weiterhin bei 18,6 Prozent liegen, wie seit 2018. Im Jahr 2028 jedoch würde er sprunghaft auf 19,9 Prozent steigen. Für 2029 ergibt sich ein Wert von glatten 20 Prozent. Bis 2040 läge er bereits bei 21,1 Prozent.
Offen für höheres Renteneintrittsalter
Bas zeigte sich grundsätzlich auch offen für ein höheres Renteneintrittsalter über 67 Jahre hinaus nach 2031. Allerdings müsse es für diejenigen, die nicht so lange arbeiten könnten, spezielle Lösungen geben, betonte die SPD-Chefin. Eine Möglichkeit sei, das Renteneintrittsalter zumindest teilweise an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln.
Eine von Schwarz-Rot eingesetzte Kommission erarbeitet derzeit Reformvorschläge für die Rente. Die Ergebnisse sind für Ende Juni angekündigt.



