WM 2026: DFB-Präsident Neuendorf vertagt Nagelsmann-Entscheidung
DFB-Präsident Neuendorf vertagt Nagelsmann-Entscheidung

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat am Tag nach dem überraschenden WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay eine Entscheidung über die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann vertagt. In einer offiziellen Mitteilung betonte Neuendorf, dass man nach einem derartigen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Die Aufarbeitung werde in den kommenden Tagen erfolgen.

Neuendorf: „Wir sind uns einig, dass das Abschneiden nicht unseren Ansprüchen genügt“

„Nach der bitteren Niederlage gegen Paraguay und dem Ausscheiden bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko habe ich gestern noch länger mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und der sportlichen Leitung um Andreas Rettig und Rudi Völler zusammengesessen. Wir sind alle sehr enttäuscht. Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt“, erklärte Neuendorf. In den kommenden Tagen werde man gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern, weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht habe abrufen können. „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“

Nagelsmann hatte direkt nach dem Spiel in Foxborough erklärt, dass er weitermachen wolle. „Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man das sagen“, sagte der 38-Jährige bei MagentaTV. Sein Vertrag läuft noch bis nach der Europameisterschaft 2028.

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Manuel Neuer beendet Nationalmannschaftskarriere endgültig

Torwart Manuel Neuer hat nach dem WM-Aus sein endgültiges Karriereende im DFB-Trikot bestätigt. Im „Sportschau“-Interview antwortete der 40-Jährige auf die Frage, ob das Sechzehntelfinale gegen Paraguay sein letztes Länderspiel gewesen sei, knapp mit „Ja“. Bereits nach der EM 2024 hatte Neuer seinen Rücktritt erklärt, war aber von Nagelsmann vor der WM 2026 als Nummer eins zurückgeholt worden. Bei MagentaTV sagte Neuer: „Nein, das ist extrem bitter, so aufzuhören.“ Seine Rückkehr hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt, da Oliver Baumann kurzfristig degradiert wurde.

Kritik an Nagelsmann: „Offensichtlich ist es der Trainer“

Die dritte WM-Blamage in Serie löste einen Aufschrei der Fußball-Experten aus. MagentaTV-Experte Mats Hummels forderte Konsequenzen: „Es schreit nach Konsequenzen.“ Die Heim-EM 2024 sei besser dargestellt worden, als sie war. Auch Dietmar Hamann wurde deutlich: „Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen. Das ist ein Typ, der selten Spiele schaut.“ Hamann kritisierte auch die mangelnde WM-Vorbereitung Nagelsmanns, der im Gegensatz zu anderen Nationaltrainern nicht in die USA gereist sei. „Deswegen habe ich keine Sympathien für ihn.“

Jürgen Klopp, als Wunschkandidat gehandelt, wehrte sich gegen eine Debatte: „Ich verstehe, dass jetzt mein Name ins Spiel kommt. Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu sprechen.“

Brasilien entgeht WM-Schmach: Last-Minute-Sieg gegen Japan

Brasilien hat ein schmachvolles Aus in der ersten K.o.-Runde gerade noch abgewendet. Der in der 66. Minute eingewechselte Martinelli traf im Sechzehntelfinale gegen Japan in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 2:1 (0:1)-Endstand. Zuvor hatte Casemiro (56.) ausgeglichen. Brasilien trifft nun am Sonntag auf den Sieger der Partie Norwegen gegen die Elfenbeinküste. Allerdings gibt es erneut Verletzungssorgen: Lucas Paquetá zog sich eine Muskelverletzung am linken Oberschenkel zu. Ob er im Achtelfinale zur Verfügung steht, ist offen. Auch Raphinha fällt mit einer Oberschenkelblessur aus.

Finanzielle Einbußen für den DFB

Durch das frühe Aus verpasst der DFB Millionen. Für das Erreichen der ersten K.o.-Runde erhält der Verband elf Millionen US-Dollar (9,66 Millionen Euro). Das Achtelfinale hätte vier weitere Millionen gebracht. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte schon vor dem Turnier gesagt, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwer werde, schwarze Zahlen zu schreiben. Bereits 2018 und 2022 erlitt der DFB erhebliche Einbußen.

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Niederlande scheitert an Marokko

Nach Deutschland ist mit den Niederlanden die nächste europäische Top-Nation ausgeschieden. Oranje verlor im Sechzehntelfinale gegen Marokko mit 2:3 im Elfmeterschießen. Ismael Saibari verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Cody Gakpo hatte die Niederlande in der 72. Minute in Führung gebracht, doch Issa Diop rettete Marokko in der Nachspielzeit in die Verlängerung.

Paraguay erklärt Feiertag

Paraguays Präsident Santiago Peña rief nach dem Sieg einen nationalen Feiertag aus. „Paraguay gibt niemals auf! Feiertag, verdammt!!“, schrieb er auf X. Der Erfolg löste landesweite Feiern aus. Torhüter Orlando Gill, der drei Elfmeter vereitelte, sagte: „Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert.“