Eine Frau als Bundespräsidentin? Diese Namen sind im Gespräch
Frau als Bundespräsidentin? Diese Namen kursieren

Die Debatte um eine Frau an der Spitze des Staates nimmt konkrete Formen an. Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigt hat, 2022 nicht erneut zu kandidieren, wird intensiv über mögliche Nachfolgerinnen diskutiert. Dabei stehen vor allem weibliche Kandidaten im Fokus, die das höchste Staatsamt bekleiden könnten.

Prominente Namen im Rennen

Zu den meistgenannten Kandidatinnen gehört die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die FDP-Politikerin genießt über Parteigrenzen hinweg Respekt für ihr Engagement für Bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit. Auch die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wird immer wieder ins Gespräch gebracht. Die CDU-Politikerin könnte mit ihrer Erfahrung und ihrer überparteilichen Ausstrahlung punkten.

Weitere mögliche Kandidatinnen

Neben diesen beiden Namen kursieren weitere Vorschläge aus unterschiedlichen Lagern. Die Grünen-Politikerin und ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer wird ebenso genannt wie die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt. Auch die DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, die sich allerdings gesundheitlich zurückgezogen hat, wäre eine symbolträchtige Wahl gewesen.

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Aus der Wirtschaft wird die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Dagmar Reim, ins Spiel gebracht. Ihre Führungserfahrung und ihre Bekanntheit könnten sie zu einer interessanten Kandidatin machen. Auch die Publizistin und ehemalige Spiegel-Chefredakteurin Bettina Gaus wird in manchen Kreisen genannt.

Die politische Dimension

Die Wahl einer Bundespräsidentin wäre ein starkes Signal für die Gleichberechtigung in Deutschland. Bisher hatte das Amt noch nie eine Frau inne. Die Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt, könnte mit einer weiblichen Kandidatin ein Zeichen setzen. Allerdings ist die politische Landschaft komplex: Die Regierungsparteien müssen sich mit der Opposition abstimmen, um eine Mehrheit zu finden.

Die SPD hat signalisiert, dass sie eine Frau bevorzugen würde. Auch die Grünen und die Linke zeigen sich offen für eine weibliche Kandidatur. Die Union hingegen hat noch keine klare Position bezogen. FDP und AfD könnten eigene Kandidaten ins Rennen schicken, was die Mehrheitsverhältnisse erschweren würde.

Herausforderungen und Chancen

Eine Bundespräsidentin müsste überparteilich und integrierend wirken. Sie sollte Erfahrung in der politischen Führung mitbringen und gleichzeitig das Amt mit Würde und Autorität ausfüllen. Die Kandidatin müsste in der Lage sein, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen anzusprechen und das Ansehen Deutschlands im Ausland zu stärken.

Die Diskussion um eine Frau als Bundespräsidentin ist auch eine Chance, das Bild von Führungspersönlichkeiten zu erweitern. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich eine weibliche Stimme an der Spitze des Staates, die für Werte wie Toleranz, Demokratie und Menschenrechte steht.

Bis zur Wahl im Februar 2022 wird die Debatte weitergehen. Die genannten Namen sind nur ein erster Aufschlag. Letztlich wird die Entscheidung von den politischen Mehrheiten und der Fähigkeit der Kandidatin abhängen, breite Unterstützung zu gewinnen. Fest steht: Die Möglichkeit einer Bundespräsidentin ist realer denn je.

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