Hüskens: Alkoholverbot an Bahnhöfen trifft die Falschen
Hüskens: Alkoholverbot an Bahnhöfen trifft die Falschen

Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens hat das von der Deutschen Bahn geplante flächendeckende Alkoholverbot an Bahnhöfen scharf kritisiert. „Ein pauschales Alkoholverbot löst kein einziges Sicherheitsproblem. Es bestraft nur die Falschen“, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Die Bahn hatte zuvor einen Bericht der „Bild“ bestätigt, wonach ab Mitte Oktober 2026 an allen rund 5.400 Bahnhöfen in Deutschland kein Alkohol mehr konsumiert werden darf.

Hüskens: Gewalttäter werden nicht durch Verbote gestoppt

„Wer nach dem Stadtfest, dem Feierabend oder dem Vereinsjubiläum entspannt mit der Bahn nach Hause fährt, ist nicht das Problem“, betonte Hüskens. Gewalttäter hingegen würden durch ein Schild am Bahnsteig nicht aufgehalten. „Statt Millionen unbescholtener Fahrgäste unter Generalverdacht zu stellen, sollte die Bahn dort für Sicherheit sorgen“, forderte die Ministerin. Dies könne durch mehr Personal und sichtbare Präsenz erreicht werden – „nicht durch Verbotsschilder gegen das Feierabendbier“.

Auslöser: Angriff auf Sicherheitsmitarbeiter in Baden-Württemberg

Ein konkreter Vorfall hatte die Diskussion um das Alkoholverbot befeuert: Am Freitagabend wurde in Baden-Württemberg ein 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug von einem 36-jährigen Fahrgast geschlagen und getreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Bahn reagierte mit der Ankündigung, den Alkoholkonsum auf allen Bahnhöfen zu unterbinden.

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Aktuelle Lage in Sachsen-Anhalt und Nachbarländern

In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit an keinem Bahnhof ein Alkoholverbot. Anders in den benachbarten Bundesländern Sachsen und Thüringen: Dort sind Bier, Wein und Schnaps etwa in Freiberg (Landkreis Mittelsachsen) und Altenburg (Landkreis Altenburger Land) bereits tabu. Für die Sicherheit an Bahnhöfen sind neben den DB-Sicherheitskräften vor allem die Bundespolizei zuständig.

Details des geplanten Verbots

Das Verbot soll an allen 5.400 Bahnhöfen der Deutschen Bahn gelten. Die flächendeckende Umsetzung ist bis zum 15. Oktober 2026 geplant. Ausgenommen bleibt der Konsum in der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von Alkohol in verschlossenen Taschen oder aus Einkäufen soll weiterhin erlaubt sein. Die Bahn erhofft sich dadurch mehr Sicherheit und weniger Vorfälle wie den in Baden-Württemberg. Kritiker wie Hüskens bezweifeln jedoch die Wirksamkeit und fordern stattdessen mehr Präsenz von Sicherheitspersonal.

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