Nach dem überraschenden Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) will Kanzler Friedrich Merz die Nachfolge zügig klären. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Umfeld des CDU-Chefs strebt Merz eine Entscheidung noch vor seiner ab Ende Juli geplanten Urlaubszeit an. Damit erhöht der Kanzler den Druck auf die Personalie in der Unionsfraktion.
Spahn-Rücktritt: Spekulationen um Nachfolger laufen auf Hochtouren
Seit Spahns Rücktritt wird in der Union intensiv über mögliche Nachfolger spekuliert. Am häufigsten wird Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) genannt, der bereits in der vergangenen Legislaturperiode als Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz tätig war. Der 52-Jährige kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens und war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Damals entschied sich Merz jedoch dafür, seinen engen Vertrauten ins Kanzleramt zu holen.
Dort hat Frei jedoch nur schwer Fuß gefasst. Kritiker werfen ihm vor, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim jüngsten Reformpaket übernahmen die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Viele in der Union meinen daher, dass die Fraktionsarbeit besser zu Frei passe.
Frei als loyaler Vertrauter – Krings als Kanzleramtschef?
Mit Frei als Fraktionschef würde Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze haben und könnte gleichzeitig neuen Schwung ins Kanzleramt bringen. Als möglicher Kandidat für den Posten des Kanzleramtschefs wird am häufigsten der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Chef der mächtigen nordrhein-westfälischen Landesgruppe im Bundestag, Günter Krings, genannt. Die Personalentscheidungen werden in den kommenden Tagen erwartet.



