Kritik an Sánchez' Sommerurlaub trotz Migrationskrise in Ceuta
Sánchez' Urlaub trotz Ceuta-Krise: Scharfe Kritik

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat trotz der anhaltenden Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta einen mehrwöchigen Sommerurlaub auf der Kanareninsel Lanzarote angetreten. Wie spanische Medien übereinstimmend berichten, weilt Sánchez seit Samstag mit seiner Familie in der offiziellen Residenz La Mareta im Touristenzentrum Costa Teguise. Sein Aufenthalt ist bis zum 24. August geplant – ein Zeitraum, der angesichts der zugespitzten Lage an der nordafrikanischen Küste bei der politischen Opposition auf heftige Kritik stößt.

Weiterhin Tausende Migranten in Ceuta – 72 bis 88 Tote

Während der Regierungschef auf Lanzarote Erholung sucht, harren weiterhin Tausende Migranten in Ceuta aus. Die Behörden zogen auch am Wochenende Leichen aus dem Wasser. Die spanische Regierung meldete insgesamt 72 Todesopfer, während die Regionalregierung der Exklave sogar von 88 Toten spricht. Die genaue Zahl der Ankünfte bleibt unklar: Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach am Montag von 80.000 Ankünften, nachdem er zuvor von 60.000 ausgegangen war. Madrid hält dagegen an der Schätzung von 50.000 fest. Am Donnerstag waren Zehntausende Migranten von Marokko aus irregulär nach Ceuta gelangt – die meisten schwimmend, andere kletterten über den sechs Meter hohen Grenzzaun.

Opposition wirft Sánchez Realitätsleugnung vor

Die Opposition reagierte mit Unverständnis auf den Urlaubsantritt. „Während Ceuta leidet, macht Sánchez Urlaub in La Mareta“, schrieb Carmen Fúnez, Abgeordnete der konservativen Volkspartei (PP), auf der Plattform X. Sie warf Sánchez vor, die „Realität zu leugnen“. Mit Blick auf die Aussagen der Regierung, dass sich die Lage in Ceuta normalisiert habe, sprach Fúnez von einer „Beleidigung für die Bewohner von Ceuta und die Einsatzkräfte“. Die Bürger der Exklave seien inmitten „der größten Migrationskrise, die die Stadt je erlebt hat, im Stich gelassen“ worden. Stattdessen präsentiere Sánchez seine Sommer-Playlist – das nannte Fúnez „absoluten Wahnsinn“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Weitere Kritik aus den Reihen der Volkspartei

Ähnlich kritisch äußerte sich die PP-Abgeordnete Cucu Gamarra. „Sánchez wird seine Playlist auf voller Lautstärke abspielen müssen, um die Realität nicht zu hören“, kommentierte Gamarra auf X. Sánchez selbst hatte die Migrationswelle als „Angriff auf die territoriale Integrität Spaniens“ bezeichnet und am Freitag noch einen Krisenbesuch in Ceuta absolviert. Sein Urlaub folgt nur wenige Tage später.

La Mareta: Historische Residenz mit königlicher Vergangenheit

Laut spanischen Medienberichten erholt sich der Regierungschef seit 2020 regelmäßig auf Lanzarote. Auch frühere Ministerpräsidenten hätten in La Mareta Urlaub gemacht, schreibt die Zeitung „El Mundo“. Der Komplex wurde demnach ursprünglich für den jordanischen König Hussein erbaut und Ende der 1980er Jahre dem damaligen spanischen König Juan Carlos I. geschenkt. Die Wahl des Urlaubsorts dürfte die Kritik der Opposition weiter anheizen, die Sánchez vorwirft, in einer Zeit der Krise die Sorgen der Bevölkerung zu ignorieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration