Die Affäre um Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und dessen umstrittene Aussagen zum Krisenmanagement während des Berliner Stromausfalls im Januar nimmt kein Ende. Einen Tag nach seinem Rückzug als CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl ließ Wegner von der Berliner Senatskanzlei verbreiten, er habe am Stromausfallwochenende sehr wohl mit Bundeskanzler Friedrich Merz (ebenfalls CDU) telefoniert.
Senatskanzlei widerspricht Kanzleramt
Damit widerspricht Wegner der Darstellung des Kanzleramts, wonach es an diesen Tagen kein Telefonat von Merz mit dem Regierenden Bürgermeister gegeben habe. Das Kanzleramt hielt am Samstag jedoch auf Nachfrage und im Wissen des Widerspruchs aus der Senatskanzlei an seiner Darstellung fest. Die erteilte Auskunft sei „weiterhin sachlich zutreffend“, teilte ein Regierungssprecher mit.
Hintergrund des Streits
Der Streit entzündet sich an der Frage, ob Wegner während des großflächigen Stromausfalls in Berlin im Januar mit dem Kanzler kommuniziert hat. Wegner hatte ursprünglich behauptet, mit Merz telefoniert zu haben, was das Kanzleramt dementierte. Nach seinem Rückzug als Spitzenkandidat bekräftigt Wegner nun seine Version – doch das Kanzleramt bleibt bei seiner Ablehnung.
Der Vorfall belastet Wegners politische Position zusätzlich. Bereits zuvor war er wegen Ungereimtheiten in seiner Krisenkommunikation unter Druck geraten. Die unterschiedlichen Aussagen von Senatskanzlei und Kanzleramt werfen Fragen zur Transparenz und Koordination in der Krisenbewältigung auf.



