Kai Wegner zieht Spitzenkandidatur zurück: „Berlin ist wichtiger als eine Person“
Wegner zieht Spitzenkandidatur zurück: „Berlin ist wichtiger“

Knapp drei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) seine Spitzenkandidatur zurückgezogen. Bei einer Pressekonferenz am 10. Juli 2026 erklärte er: „Die Stadt Berlin ist wichtiger als eine Person.“ Er räumte zudem Kommunikationsfehler ein: „Das war Mist.“

Höhen und Tiefen einer Amtszeit

Wegner war im April 2023 nach der Wiederholungswahl zum Regierenden Bürgermeister gewählt worden. Seine Amtszeit war geprägt von Erfolgen wie der Verwaltungsreform und Verbesserungen in den Bürgerämtern, aber auch von Skandalen. So sorgte sein Verhalten während eines großflächigen Stromausfalls im Januar 2026 in Steglitz-Zehlendorf für Kritik: Statt sich um die Krise zu kümmern, spielte Wegner Tennis. Seine widersprüchlichen Aussagen dazu verfolgten ihn monatelang.

Affären und Rücktritte

Im April 2026 musste Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson wegen unsauberer Vergabe von Fördermitteln für Antisemitismus-Projekte zurücktreten. Zudem wurde der neu ernannte Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt, nach nur drei Monaten entlassen. Trotz dieser Vorfälle nominierte die CDU Wegner mit 93 Prozent der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten – der Applaus dauerte sieben Minuten. Doch der Druck wuchs weiter, sodass Wegner nun die Notbremse zog.

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Persönliche Einblicke

Wegner zeigte sich in seiner Amtszeit auch von einer lockeren Seite: Beim Christopher Street Day 2023 tanzte er mit dem damaligen Kultursenator Joe Chialo. Anfang 2024 gab er seine Beziehung zu Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch bekannt. Diese privaten Momente stehen im Kontrast zu den politischen Herausforderungen, die letztlich zu seinem Rückzug führten.

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