Bombenentschärfung in Potsdam: Evakuierung aufgehoben, S7 fährt wieder
Bombenentschärfung in Potsdam: S7 fährt wieder

Evakuierung Tausender Menschen: Bombe in Potsdam entschärft – S7 fährt wieder

Am Dienstag standen weite Teile der Potsdamer Innenstadt still, doch nach erfolgreicher Bombenentschärfung kehrt nun wieder Normalität ein. Die S7 fährt wieder planmäßig durch Potsdam, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Grund für die großflächige Evakuierung war eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die an der Leipziger Straße gefunden worden war. Ein Sperrkreis von rund 700 Metern Radius um den Fundort wurde eingerichtet, rund 6500 Menschen mussten ihre Wohnungen bis 8.30 Uhr verlassen. Der Hauptbahnhof, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Tausende Pendler, blieb zeitweise geschlossen, der Politikbetrieb im Landtag stand still.

Entschärfung verlief planmäßig

Sprengmeister Mike Schwitzke hatte angekündigt, dass die Entschärfung bis zu zwei Stunden dauern könne. Der Zünder sollte nach einer Reinigung herausgedreht werden, eine Sprengung kam nicht infrage. „Die Bombe befindet sich 1,50 Meter über dem Kellergewölbe des Eiskellers der ehemaligen Brauerei Potsdam“, erklärte Schwitzke. Eine Sprengung wäre eine „Katastrophe“ gewesen. Die US-Bombe enthielt etwa 100 Kilogramm Sprengstoff, genug, um ein Mehrfamilienhaus in Trümmer zu legen.

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Die Entschärfung gelang wie geplant: Die Zündkette wurde unterbrochen, der Zünder von Hand herausgedreht und die Bombe anschließend abtransportiert. „Tagesgeschäft“, kommentierte der Sprengmeister den routinierten Eingriff.

Verkehrsbeeinträchtigungen und Entwarnung

Während der Sperrung war der Zugverkehr eingestellt, die S-Bahnen Richtung Berlin starteten und endeten am S-Bahnhof Babelsberg. Auch die Tram-Linien 91, 92, 93 und 96 fuhren nicht, und Busse mussten den Sperrkreis umfahren. Die Unterbrechung der Strecke zum Hauptbahnhof sollte bis etwa 16.00 Uhr andauern, doch nach erfolgreicher Entschärfung wurde die Sperrzone früher aufgehoben. Die S7 fährt seitdem wieder planmäßig, der Hauptbahnhof ist geöffnet.

Die Stadt empfahl Autofahrern, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Umleitungen waren ausgeschildert. Autofahrer aus Richtung Süden wurden über Saarmund und Bergholz-Rehbrücke nach Potsdam geleitet.

Betroffene Einrichtungen

Im Sperrkreis lagen unter anderem das Museum Barberini, das Kunsthaus „Das Minsk“, der Landtag, die Staatskanzlei, mehrere Ministerien, das Sport- und Freizeitbad Blu, die Investitions- und Landesbank, Hotels, Pflegeheime, eine Schule und eine Kita. Das Museum Barberini hatte glücklicherweise Schließtag, das Kunsthaus ist dienstags generell geschlossen. Die Kita Havelblick brachte ihre Kinder in anderen Einrichtungen unter, Pflegeheime verteilten ihre Bewohner auf andere Häuser. Die Bahnhofspassagen schlossen ab 8.30 Uhr, öffneten aber nach Aufhebung der Sperrung zeitnah wieder.

Es war nicht die erste Bombenentschärfung im Herzen Potsdams: Bereits im Januar 2019 war eine 250-Kilo-Bombe in der Nähe des Hauptbahnhofs gefunden worden, damals waren rund 5900 Menschen betroffen.

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