Die interne Kritik an Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz nimmt immer schärfere Formen an. In einer Sitzung des Bundesvorstands am 27. Juli 2026 kam es zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem ein Landesvorsitzender Merz direkt attackierte. „Sie führen kein Unternehmen, das ist eine Partei“, sagte der Landeschef laut übereinstimmenden Teilnehmerberichten. Der Vorwurf zielte auf Merz' Führungsstil, den viele in der Partei als zu stark an wirtschaftlichen Kriterien orientiert empfinden.
Hintergrund: Merz' Personalumbau sorgt für Unmut
Auslöser der Debatte ist die jüngste Personalentscheidung des Kanzlers, die als Teil einer umfassenden Kabinettsumbildung gilt. Mehrere Vorstandsmitglieder, darunter drei Landesvorsitzende, äußerten offen ihre Unzufriedenheit. Sie kritisieren, dass Merz wichtige Ämter ohne ausreichende innerparteiliche Abstimmung besetze. „Die Basis fühlt sich übergangen“, ergänzte ein weiteres Vorstandsmitglied.
Offene Konfrontation im Vorstand
Die Stimmung in der Sitzung war angespannt. Der Landeschef, der namentlich nicht genannt werden wollte, warf Merz vor, die CDU wie einen Konzern zu führen. „Eine Partei lebt von Dialog und Kompromiss, nicht von Anordnungen“, sagte er. Merz selbst verteidigte seine Personalpolitik als „gut begründbar, wohlüberlegt und nicht ohne Vorbild“. Diese Rechtfertigung, so Teilnehmer, habe die Kritiker jedoch nicht besänftigen können.
Gefahr für Merz' Führungsposition?
Die Frage, wie gefährlich die Lage für Friedrich Merz ist, beschäftigt die CDU-Spitze. Bislang hat Merz innerhalb der Partei einen starken Rückhalt, doch die offene Kritik deutet auf wachsende Risse hin. Einige Beobachter sehen Parallelen zu früheren Konflikten in der Partei, die letztlich zum Sturz von Vorsitzenden führten. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob Merz die Wogen glätten kann oder ob der Druck weiter steigt.



