Berliner CDU-Spitzenkandidat Evers über Anfeindungen und Wahlziele
CDU-Spitzenkandidat Evers: Anfeindungen und Wahlziele

Stefan Evers, der Spitzenkandidat der Berliner CDU für die Abgeordnetenhauswahl, hat in einem Interview mit dem SPIEGEL über schwulenfeindliche Erlebnisse und seine politischen Pläne für die Hauptstadt gesprochen. Der 47-Jährige, der erst vor zwei Monaten für den zurückgetretenen Kai Wegner als Spitzenkandidat eingesprungen ist, berichtete von aggressiven Beschimpfungen und sogar körperlichen Übergriffen. „Ich habe aggressive Beschimpfungen erlebt, wurde sogar angespuckt“, sagte Evers. Diese Vorfälle hätten sich im Zusammenhang mit seiner Homosexualität ereignet.

Persönliche Anfeindungen und politische Motivation

Evers betonte, dass solche Erfahrungen ihn nicht entmutigen, sondern vielmehr in seinem Engagement bestärken. „Solche Erlebnisse zeigen mir, wie wichtig es ist, für eine offene und tolerante Gesellschaft einzutreten“, erklärte er. Der CDU-Politiker, der offen schwul lebt, sieht sich als Vorbild für andere. „Ich möchte zeigen, dass man auch mit einer solchen Lebensweise in der Politik erfolgreich sein kann“, sagte er. Die Anfeindungen hätten ihn jedoch auch nachdenklich gemacht: „Es gibt noch viel zu tun im Kampf gegen Diskriminierung.“

Politische Ziele für Berlin

Im Interview skizzierte Evers seine zentralen politischen Ziele für Berlin. Er nannte die Sicherheit, die Wirtschaft und die Bildung als die wichtigsten Themen. „Berlin hat verdammt viel zu tun“, sagte er. Die Stadt müsse sicherer werden, insbesondere an Brennpunkten wie dem Kottbusser Tor. Zudem wolle er die Wirtschaft ankurbeln und mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. „Wir brauchen eine klare Linie in der Stadtentwicklung“, so Evers. In der Bildungspolitik setzt er auf mehr Investitionen in Schulen und digitale Infrastruktur.

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Herausforderungen als Spitzenkandidat

Evers übernahm die Spitzenkandidatur nach dem Rücktritt von Kai Wegner, der aufgrund von internen Querelen und einer gescheiterten Koalitionsbildung zurückgetreten war. Seitdem kämpft er um das Vertrauen der Wähler. „Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagte er. Die CDU liegt in Umfragen derzeit bei etwa 18 Prozent, deutlich hinter der regierenden SPD. Evers zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir werden alles geben, um das beste Ergebnis für Berlin zu erzielen.“ Er appellierte an die Wähler, der CDU eine Chance zu geben: „Wir haben die richtigen Konzepte für die Zukunft dieser Stadt.“

Reaktionen und Ausblick

Die Offenheit von Evers im Umgang mit den Anfeindungen stieß in der politischen Landschaft Berlins auf positive Resonanz. Mehrere Politiker äußerten sich solidarisch. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) – nicht zu verwechseln mit dem früheren Spitzenkandidaten – lobte Evers‘ Mut. „Stefan Evers zeigt, dass Hass und Hetze keinen Platz in unserer Gesellschaft haben“, sagte er. Evers selbst blickt optimistisch auf die Wahl am 26. September 2026. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Menschen von unseren Ideen überzeugen können“, so der Spitzenkandidat.

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