Kristy Augustin, die Landesvorsitzende der Frauen-Union Brandenburg und Mitglied des CDU-Bundesvorstands, hat sich in der Debatte um Leihmutterschaft an Jens Spahn gewandt. Sie wünscht sich vom Unions-Fraktionschef im Bundestag eine klarere Positionierung. „Er selbst hat meines Erachtens noch nicht deutlich gesagt, wie er zu unserem eigenen Beschluss Leihmutterschaft steht“, sagte Augustin der Deutschen Presse-Agentur. Spahn habe lediglich mitgeteilt, dass er lange mit sich gerungen habe. Augustin betonte jedoch, dass ihr wichtiger sei, „welche Botschaft er zu dem Thema für seine Partei hat“.
Offene Fragen zur künftigen Einordnung
Die CDU-Politikerin sieht mehrere offene Fragen, die durch Spahns persönliche Entscheidung aufgeworfen werden. „Wie können und sollen wir seine Entscheidung und damit Position zukünftig einordnen?“, fragte Augustin. Sie stellte auch die Frage, ob Spahn weiterhin den Rückhalt der Fraktion erfährt, abseits der Entscheidung, die er der Fraktion überlässt. Augustin geht jedoch davon aus, dass Spahn klar Position beziehen werde. Das CDU-Präsidium wird am Montag über die Angelegenheit beraten.
Rücktrittsforderung keine Lösung
Augustin lehnte Rücktrittsforderungen gegen den Unions-Fraktionschef ab. „Es nützt niemandem, einen Rücktritt zu fordern aus den eigenen Reihen“, sagte sie und warnte davor, dass dies negativ auf die Partei zurückfallen könnte. „Meine Sorge ist einfach, dass es mit der CDU verbunden wird.“ Dies nütze weder CDU noch SPD in den bevorstehenden Landtagswahlkämpfen. Zuvor hatte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters in der „Bild“-Zeitung Spahns Rücktritt als Vorsitzender der Unionsfraktion gefordert.
Spahn und sein Mann wurden Eltern
Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Das Baby wurde von einer Leihmutter in den USA zur Welt gebracht. Diese Nachricht löste viel Kritik aus, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und Spahns Partei – wie auch Spahn in der Vergangenheit selbst – sich gegen eine Legalisierung ausspricht. Die CDU und die Frauen-Union halten am Verbot einer Leihmutterschaft in Deutschland fest.



