Die FDP mit ihrer neu formierten Führung verzeichnet wachsende Mitgliederzahlen. Wie die Partei den Zeitungen der Funke Mediengruppe mitteilte, traten seit dem Parteitag Ende Mai 780 Menschen in die Partei ein. Dem standen 80 Austritte gegenüber. FDP-Generalsekretär Martin Hagen sagte den Funke-Zeitungen: „Wir spüren seit Ostern und insbesondere nach der Wahl des neuen Führungsteams Rückenwind – auch bei den Mitgliederzahlen. Dass sich nach dem Parteitag viele Menschen zum Eintritt in die FDP entschlossen haben, motiviert uns.“
Mitgliederentwicklung der FDP in den letzten Jahren
Die Mitgliederzahl der FDP schwankt nach Angaben der Funke-Zeitungen seit Jahren rund um die Marke von rund 70.000. 2021 lag sie mit 77.276 Mitgliedern auf einem zwischenzeitlichen Höchstwert, bis 2024 und dem Ende der Ampelkoalition fiel sie um fast 10.000. Vor einem Jahr lag sie Parteiangaben zufolge bei etwa 69.000 – und steigt nun wieder.
Holpriger Start für das neue Führungsteam
Auf dem Parteitag am 30. und 31. Mai hatten die Liberalen Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Chef gewählt. Der Neustart verlief aber holprig. Kubicki musste sich gegen die spontan angetretene Gegenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durchsetzen. Beide repräsentieren unterschiedliche Strömungen innerhalb der FDP – und stichelten nach der Wahl weiter gegeneinander. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wo der Hammer hängt. Ein Zwist, der für die Partei gefährlich werden könnte.
Kampfabstimmung beschert Aufmerksamkeit
Die Kampfabstimmung und die damit verbundene Richtungsdebatte hatten der Partei viel Aufmerksamkeit beschert. Erstmals seit Februar 2025 kam die FDP im Trendbarometer von RTL und n-tv wieder über die Fünfprozenthürde. Auch das Umfrageinstitut GMS sieht die FDP wieder bei fünf Prozent. „Es ist jetzt nicht das Ende, sondern der Anfang“, sagte Kubicki bei einer Festveranstaltung zum 80-jährigen Bestehen der FDP Schleswig-Holstein.
Schwierige Zeiten für die Liberalen
Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr und den beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in diesem Jahr verpasste die Partei den Einzug in die Parlamente. Der Mitgliederzuwachs könnte nun ein positives Signal sein, doch interne Spannungen bleiben eine Herausforderung.



