In einem leidenschaftlichen Zwischenruf plädiert BILD-Chefin Marion Horn für Felor Badenberg als neue Spitzenkandidatin der Berliner CDU. Die Justizsenatorin, geboren in Teheran und aufgewachsen in Deutschland, verkörpere genau das, was die Hauptstadt brauche: Ernst, Kompetenz und biografische Tiefe. Horn beschreibt Badenberg als eine Frau, die nicht nach Kameras suche, sondern Räume scanne – nach Risiken, Lücken und echtem Wissen.
Kai Wegners Rücktritt und die Suche nach einem Nachfolger
Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, tritt nach einer Serie von Misserfolgen als CDU-Spitzenkandidat für die kommende Wahl zurück, bleibt aber bis dahin im Amt. Die Partei berät heute Abend über seine Nachfolge. Nach BILD-Informationen stehen zwei Männer zur Debatte: Finanzsenator Stefan Evers und Fraktionschef Dirk Stettner. Doch Horn vermisst einen Namen: Felor Badenberg.
Wegner, der versprochen hatte, Berlin zu ordnen, verlor zunehmend die Kontrolle. Ein Video von WELT.TV, in dem er über sein Engagement während eines schweren Stromausfalls flunkerte, untergrub seine Glaubwürdigkeit. Die CDU liegt laut aktuellen Berichten nur noch bei etwa 17 Prozent, die Junge Union forderte seinen Rückzug, und die SPD schloss eine Koalition mit ihm nach der Wahl aus.
Felor Badenberg: Eine unkonventionelle Kandidatin
Badenberg, 50 Jahre alt, promovierte Juristin, kam als Kind aus dem Iran nach Deutschland. Sie trat erst 2024 in die CDU ein, als sie bereits Justizsenatorin war. Das macht sie für die Partei ungewöhnlich – aber auch interessant. Sie stammt nicht aus dem Berliner CDU-Biotop, sondern aus dem „Maschinenraum des wehrhaften Staates“. Seit 2006 arbeitete sie beim Bundesamt für Verfassungsschutz, baute die Cyberabwehr mit auf, leitete den Bereich Rechtsextremismus und Terrorabwehr und wurde 2022 die erste Frau in der Amtsleitung.
Als Justizsenatorin hat sie sich den Kampf gegen organisierte Kriminalität auf die Fahnen geschrieben: Vermögensabschöpfung, behördenübergreifendes Vorgehen, konsequenter Zugriff auf kriminelle Strukturen. Horn betont: „Diese Frau weiß, dass Demokratie Institutionen braucht, Regeln, Grenzen. Und sie erkennt Feinde der Freiheit auch dann, wenn sie sich als Opfer verkleiden.“
Warum Berlin Badenberg braucht
Berlin sei laut, eitel, chaotisch, verletzlich – und brauche Kontrolle und Zuwendung. Badenberg verkörpere, was der CDU lange fehlte: Ernst, Kompetenz, biografische Tiefe. Sie zwinge Berlin, sich mit unangenehmen Fragen zu beschäftigen: Warum funktioniert der Staat nicht? Warum sind Gerichte überlastet? Warum wachsen kriminelle Strukturen?
Horn räumt ein, dass Politik kein Eignungstest sei, sondern Macht, Mehrheit und Timing. Ob Badenberg wirklich Kandidatin werde, sei offen. Aber vielleicht sei genau das ihr Moment: „Berlin braucht keinen weiteren gut gelaunten Verwalter des Stillstands. Berlin braucht jemanden, der den Rechtsstaat wieder ernst nimmt.“
Badenberg sei keine Politikerin zum Knuddeln, keine Feelgood-Kandidatin – aber Berlin könne sich Bequemlichkeit nicht leisten.



