Entlassener Staatssekretär Sorge kritisiert Merz' Kommunikationsstil
Sorge wirft Merz schlechten Stil bei Entlassung vor

Die Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und seinem Führungsstil innerhalb der CDU reißt nicht ab. Nach der umstrittenen Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder meldet sich nun ein weiterer Betroffener zu Wort: Tine Sorge, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium, wirft dem Kanzler indirekt schlechten Stil vor. In einer schriftlichen Stellungnahme betont Sorge, er nehme die Entscheidung zur Kenntnis, doch die Art der Kommunikation sei eine „eigene Stilfrage“ des Kanzlers gewesen.

Kritik an Merz' Kommunikationsstil

„Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt seine eigene Stilfrage“, schreibt Sorge. Der CDU-Politiker, der seit 2013 den Wahlkreis Magdeburg im Bundestag vertritt, wurde im Zuge einer größeren Personalrochade entlassen. Seine Nachfolgerin soll die bisherige Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein werden. Sorge räumt ein, dass er seine Arbeit gerne fortgeführt hätte: „Es ist kein Geheimnis, dass ich meine Arbeit an dieser zentralen Schaltstelle der Gesundheitspolitik gern fortgeführt hätte.“

Die Personalrochade im Detail

Die Umbildung der Regierungsmannschaft war bereits in den vergangenen Tagen für Unmut gesorgt. Besonders die Entlassung von Verkehrsminister Patrick Schnieder hatte parteiintern scharfe Kritik ausgelöst. Sorge spielt in seiner Stellungnahme darauf an: „Angesichts der Ereignisse der letzten Tage und am Vorabend mehrerer Landtagswahlen wird der Bundeskanzler diese Entscheidung mit Bedacht getroffen haben.“ Mit den „Ereignissen“ dürfte der unglückliche Umgang mit Schnieder gemeint sein. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze, dessen Land im September einen neuen Landtag wählt, hatte die Personalrochade im Deutschlandfunk als „nicht unbedingt gut verlaufen“ bezeichnet.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen aus der Partei

Sorge, in Thüringen geboren und für Sachsen-Anhalt im Bundestag, richtet einen optimistischen Wunsch an die neue Riege: „Zu hoffen bleibt, dass sie einer übergeordneten Logik folgt, die größer ist als die Summe einzelner Personalentscheidungen.“ Er zählt zentrale Aufgaben des Gesundheitsministeriums auf und wünscht dem neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann und seinem Team „alles erdenklich Gute und viel Erfolg“. Der Druck auf Merz wächst damit weiter – sowohl aus der eigenen Fraktion als auch von den Landesverbänden, die sich angesichts der bevorstehenden Wahlen mehr Geschlossenheit wünschen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration