Luigi Pantisano, der neue Vorsitzende der Linken, hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel seinen umstrittenen Start ins Amt verteidigt und eingeräumt, dass seine Aussage über die CDU zu hart gewesen sei. „Die Aussage war hart und nicht ausreichend differenziert“, sagte Pantisano mit Blick auf seine frühere Äußerung, in der er der CDU faschistische Politik vorgeworfen hatte.
Ein holpriger Start
Pantisano war erst vor wenigen Wochen zum Linken-Chef gewählt worden. Gleich zu Beginn sorgte er für Aufsehen, als er die CDU als „faschistisch“ bezeichnete. Die Kritik daran war enorm, auch aus den eigenen Reihen. Nun versucht der 45-Jährige, die Wogen zu glätten. „Ich hätte differenzierter formulieren sollen“, räumte er ein. „Es geht nicht darum, die CDU pauschal zu verurteilen, sondern ihre Politik in bestimmten Bereichen zu kritisieren.“
Der holprige Start habe ihm gezeigt, wie schnell Aussagen in der politischen Auseinandersetzung eskalieren können. „In der Hitze des Gefechts bin ich über das Ziel hinausgeschossen“, so Pantisano. Er wolle nun mit aller Kraft daran arbeiten, die Partei zu einen und die Gräben zu schließen.
Umgang mit Antisemitismus
Ein weiteres heikles Thema ist der Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen. Pantisano betonte, dass die Linke eine klare Haltung gegen jede Form von Judenfeindlichkeit habe. „Wir verurteilen Antisemitismus aufs Schärfste, egal von welcher Seite er kommt“, sagte er. Allerdings müsse man auch differenzieren: „Nicht jede Kritik an Israel ist antisemitisch.“
Die Partei habe interne Mechanismen, um antisemitische Vorfälle zu ahnden. „Wir haben eine unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet“, erklärte Pantisano. „Jeder Fall wird gründlich geprüft.“ Er räumte ein, dass es in der Vergangenheit Versäumnisse gegeben habe, aber die Linke habe daraus gelernt.
Geschlossenheit nach außen
Trotz interner Spannungen zeigte sich Pantisano optimistisch, dass die Linke wieder zu alter Stärke finden könne. „Wir müssen nach außen geschlossen auftreten und unsere Kernanliegen vertreten: soziale Gerechtigkeit, Frieden und eine solidarische Gesellschaft“, sagte er. Die aktuelle Krise der Partei sei auch eine Chance, sich zu erneuern.
Der Linken-Chef verwies auf die Erfolge bei der Berliner CSD-Parade, an der er selbst teilgenommen hatte. „Es war eine bunte und friedliche Party, auch wenn es ernste Zwischentöne gab“, berichtete er. Die queere Community stehe unter Druck von queerfeindlichen Kräften. „Wir als Linke stehen fest an ihrer Seite.“
Mit Blick auf die Zukunft kündigte Pantisano an, verstärkt auf Dialog und Basisarbeit setzen zu wollen. „Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, so der Parteivorsitzende. „Nur so können wir verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.“



