Norwegen plant unabhängige Untersuchungskommission im Epstein-Fall
Norwegen plant Epstein-Untersuchungskommission

Norwegen plant unabhängige Untersuchungskommission im Epstein-Fall

Die Verstrickungen der außenpolitischen Elite Norwegens in den Epstein-Skandal sollen nun durch eine unabhängige Untersuchungskommission umfassend durchleuchtet werden. Der Kontrollausschuss im norwegischen Parlament hat sich am Dienstag darauf geeinigt, eine solche Kommission einzusetzen, um den Fall Epstein und die Arbeitsweise des Auswärtigen Dienstes in den vergangenen Jahren detailliert zu analysieren.

Beunruhigende Informationen ans Licht gekommen

Per-Willy Amundsen, der Vorsitzende des Ausschusses, betonte gegenüber der Nachrichtenagentur NTB, dass im Zuge der Epstein-Affäre beunruhigende und schwerwiegende Informationen ans Licht gekommen seien. "Es zeichnet sich ein Bild von einem Umfeld ab, das nicht gesund ist - und in dem die Korruptionsgefahr groß ist", erklärte Amundsen. Er forderte, dass kein Stein auf dem anderen bleiben dürfe und die Untersuchung alle Aspekte des Skandals beleuchten müsse.

Ermittlungen gegen hochrangige Persönlichkeiten

Bereits im Fokus der Behörden stehen mehrere prominente Norweger, die Kontakte zu dem US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatten:

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  • Thorbjørn Jagland, ehemaliger norwegischer Regierungschef und früherer Generalsekretär des Europarats.
  • Mona Juul, bisherige Botschafterin in Jordanien und dem Irak, die ihren Posten bereits aufgegeben hat.
  • Terje Rød-Larsen, früherer Top-Diplomat und Ehemann von Mona Juul.

Gegen alle drei laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf schwere Korruption. Zudem taucht Børge Brende, ehemaliger Außenminister und heutiger Chef des Weltwirtschaftsforums, in den Epstein-Dokumenten auf, wobei eine Nennung per se keine Schuld bedeutet.

Weitere Schritte und politische Reaktionen

Der Kontrollausschuss plant außerdem, die norwegische Regierung in diesem Fall zu befragen, um weitere Einblicke in die Vorgänge zu erhalten. Die Entscheidung für eine Untersuchungskommission unterstreicht den politischen Willen, mögliche Missstände im Auswärtigen Dienst aufzudecken und Transparenz zu schaffen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Vertrauen in die Institutionen wiederherzustellen und künftige Korruptionsrisiken zu minimieren.

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