Die FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen hat konkrete Vorschläge vorgelegt, um Dauerstaus während der Sanierung maroder Brücken und Straßen zu verhindern. Dazu gehören mobile, temporäre Brücken und verschiebbare Mittelleitplanken, die an die Verkehrsströme angepasst werden können. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Christof Rasche, betonte, dass solche Techniken in anderen europäischen Ländern bereits erfolgreich eingesetzt würden.
Mobile Brücken als Lösung für Baustellen
„Praktisch bedeutet das, wenn etwa eine Autobahnbrücke saniert wird, über einen Abschnitt von 500 oder 1.000 Metern eine temporäre Brücke zu bauen, den Verkehr darüber zu leiten und darunter arbeiten zu können“, erklärte Rasche in Düsseldorf. Nach ein paar Wochen werde die Brücke versetzt und am nächsten Abschnitt weitergebaut. „Da wird Arbeit und Mobilität miteinander verbunden. Das ist modern und das machen wir noch nicht.“
Verschiebbare Leitplanken gegen Pendlerströme
Laut Rasche könnten auch verschiebbare Mittelleitplanken helfen, die morgens und abends unterschiedliche Verkehrsströme aufnehmen. „Weil morgens hat man in der Regel massiven Verkehr in eine Richtung und abends ist er genau umgekehrt. Und darauf sollte sich so eine mobile Baustelle ausrichten.“
Die FDP fordert zudem 24/7-Baustellen auf wichtigen Verkehrsachsen, auf denen rund um die Uhr gearbeitet wird. Bei jahrzehntealten Brücken, die eins zu eins ersetzt werden oder lediglich eine zusätzliche Spur erhalten, solle auf Umweltverträglichkeitsprüfungen, lange Planfeststellungsverfahren und das Verbandsklagerecht verzichtet werden können. „Nicht grundsätzlich, aber in diesen Bereichen auf jeden Fall“, so Rasche.
Prognose: Güterverkehr steigt massiv
Als Begründung für die Dringlichkeit verwies Rasche auf eine Prognose des Bundesverkehrsministeriums, wonach der Güterverkehr auf der Straße bis 2051 um rund 54 Prozent zunehmen werde. Für das Transitland Nordrhein-Westfalen werde die Zusatzbelastung noch viel höher ausfallen.
Mit einem grün besetzten Verkehrsministerium sei Tempo in der Mobilitätspolitik NRWs aber nicht möglich, kritisierte der FDP-Politiker. Auch auf den Flughäfen und Wasserstraßen sowie bei „ÖPNV-Taxen“ im ländlichen Raum sei ein Mobilitätsschub dringend erforderlich.



