Grünen-Politikerin fordert regionale Strompreise für Sachsen-Anhalt
Grüne: Regionale Strompreise für Sachsen-Anhalt

Die Grünen-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, hat sich für die Einführung regionaler Strompreiszonen ausgesprochen. Dadurch solle Strom dort günstiger werden, wo er kostengünstig aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, erklärte sie gegenüber dem MDR. Dies würde Verbrauchern und Unternehmen in der Region spürbare Vorteile bringen.

Vorschlag für eine gemeinsame Strompreiszone im Nordosten

Sziborra-Seidlitz schlug vor, dass Sachsen-Anhalt gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen eine gemeinsame Strompreiszone bilden könnte. Sie betonte: "Das ist nichts, was wir auf Landesebene regeln können, aber das müssen wir als Land anstoßen und unterstützen." Damit reagiert sie auf die aktuelle Situation, in der in ganz Deutschland ein einheitlicher Börsenstrompreis gilt.

Problem: Netzengpässe und Abregelung erneuerbarer Energien

Erneuerbare Energie wird vor allem im Norden und Osten der Republik erzeugt, während wichtige industrielle Zentren im Süden und Westen liegen. Wenn die Netze nicht ausreichen, um den Strom dorthin zu transportieren, wo er benötigt wird, werden etwa Windräder und Solaranlagen abgestellt, um eine Überlastung zu vermeiden. Dies führt zu ineffizienten Abregelungen und höheren Kosten, die letztlich alle Verbraucher tragen.

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Vorteile für Verbraucher und Unternehmen

Von einer regionalen Preisgestaltung würden aus Sicht der Grünen-Politikerin sowohl Verbraucher als auch Unternehmen profitieren. "Das merken die Leute dann im Portemonnaie und das ist auch für die Unternehmen ein wirtschaftlicher Vorteil", so Sziborra-Seidlitz. Günstige Strompreise könnten die Attraktivität des Standorts Sachsen-Anhalt für energieintensive Betriebe erhöhen und private Haushalte entlasten.

Klimaneutralität bis 2035 als Ziel

Zugleich verteidigte sie das Ziel, Sachsen-Anhalt bereits bis 2035 klimaneutral zu machen und damit zehn Jahre früher als im Bund geplant. Dieses ambitionierte Vorhaben erfordere eine konsequente Förderung erneuerbarer Energien und eine Modernisierung der Netze. Regionale Strompreise könnten dabei helfen, die Akzeptanz für den Ausbau zu erhöhen, da die Bevölkerung direkt von günstigeren Preisen profitiert.

Die Diskussion um regionale Strompreiszonen wird auch auf Bundesebene geführt, da der Ausbau der Erneuerbaren und die Netzkapazitäten nicht überall Schritt halten. Sachsen-Anhalt als eines der führenden Länder bei der Windenergie könnte von einer solchen Regelung besonders profitieren. Eine Umsetzung wäre jedoch nur durch eine Änderung des Strommarktdesigns auf Bundesebene möglich, wofür sich die Landesregierung einsetzen müsste.

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