Klinsmann: DFB-Stars bei WM zu weich und leidensunfähig
Klinsmann: DFB-Stars bei WM zu weich

Jürgen Klinsmann (61), von 2004 bis 2006 Bundestrainer, hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus scharf kritisiert. Im Interview mit Sky sagte er: „Sie waren zu weich, sie waren nicht fähig, zu leiden oder auch mal die Ellbogen auszufahren und sich Respekt zu verschaffen.“ Die DFB-Auswahl war im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen ausgeschieden, nachdem sie bereits in der Gruppenphase gegen Ecuador (1:2) unterlegen war.

Klinsmann lobt Argentiniens Kampfgeist

Klinsmann zeigte sich beeindruckt von der Spielweise Argentiniens, das am 19. Juli 2026 im Finale gegen Spanien stand. „Argentinien ist das Paradebeispiel im Weltfußball, wenn es darum geht, den Gegner mürbe zu machen“, so Klinsmann. „Sie teilen aus, sie hauen dazwischen und schüchtern den Gegner ein. Und einen verteidigen sie natürlich unfassbar: Sobald einer auf Messi losgeht, siehst du sofort zehn andere herbeirennen.“ Diese Härte, die „absolut an der Grenze“ sei, hätten viele Europäer nicht verkraftet. „Die haben dann Muffe.“

Deutschland fehlte die alte Tugend

Der frühere Bundestrainer bemängelte, dass Deutschland die Fähigkeit verloren habe, Spiele in der Schlussphase zu entscheiden. „Was die Argentinier der ganzen Welt vorgemacht haben bei diesem Turnier, ist einfach: Vielleicht sind wir nicht die beste Mannschaft, aber wir sind bereit, bis an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen und Spiele in den letzten Minuten zu entscheiden. Das konnten wir eigentlich bis vor 20, 30, 40 Jahren noch als Deutschland. Wir haben immer in den letzten Minuten irgendwie einen Weg gefunden, ein Tor zu machen.“

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Körperliche Unterlegenheit als WM-Auslöser

Bereits im Gruppenspiel gegen Ecuador war der deutschen Mannschaft vorgeworfen worden, gegen die körperliche Härte der Südamerikaner kein Mittel gefunden zu haben. Im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das spielerisch schwach auftrat, aber körperlich robust war, scheiterte die DFB-Elf dann im Elfmeterschießen. Klinsmann sieht darin ein generelles Problem: „Die Physis ist im Weltfußball immer noch ein Thema. Dem waren einige Europäer nicht gewachsen.“

Kein klarer Favorit im Finale

Für das Finale zwischen Spanien und Argentinien, das am Abend im New-York-New-Jersey-Stadion vor über 80.000 Fans stattfand, wollte Klinsmann keinen Favoriten benennen. „Auf der einen Seite Argentinien, das sich Runde für Runde durchgerungen und die Spiele auf dramatische Art und Weise gedreht hat. Und auf der anderen Seite Spanien, das auf einer konstanten Welle geritten ist durch das Turnier.“

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