Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 nimmt konkrete Formen an: Aktuelle Umfragen sehen die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff in einem engen Rennen mit der AfD. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) könnte erstmals in den Landtag einziehen und damit die politische Landschaft des Landes verändern.
Bei der vergangenen Landtagswahl im Juni 2021 hatte die CDU mit 37,1 Prozent klar gewonnen und regiert seither in einer Koalition mit SPD und FDP. Die AfD erreichte damals 20,8 Prozent, Die Linke 11,0 Prozent, die SPD 10,4 Prozent, die Grünen 6,2 Prozent und die FDP 5,4 Prozent. Diese Mehrheitsverhältnisse könnten sich 2026 grundlegend verschieben.
CDU und AfD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen
Mehrere aktuelle Erhebungen aus den letzten Monaten deuten darauf hin, dass CDU und AfD nahezu gleichauf liegen. Die AfD profitiert dabei von der bundespolitischen Stimmung und der Kritik an der Ampel-Regierung. Die CDU setzt auf Amtsbonus von Haseloff, der seit 2011 Ministerpräsident ist und bei vielen Sachsen-Anhaltern als pragmatisch und bürgernah gilt.
Haseloff hat mehrfach betont, dass er mit der AfD nicht zusammenarbeiten werde. Eine Koalition mit der AfD schließen alle anderen im Landtag vertretenen Parteien aus. Gleichzeitig wäre eine Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition aus CDU, SPD und FDP nach aktuellen Umfragen rechnerisch fraglich, da FDP und Grüne an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnten.
BSW als möglicher Königsmacher
Die mit Spannung erwartete Partei Bündnis Sahra Wagenknecht könnte bei ihrer ersten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf Anhieb knapp zweistellige Ergebnisse erzielen. Mit einer Mischung aus sozialpolitischen Forderungen, migrationskritischen Tönen und einer klaren Haltung im Ukraine-Krieg spricht das BSW vor allem ehemalige Linke- und SPD-Wähler sowie Wechselwähler an.
Sollte das BSW in den Landtag einziehen, wird die Regierungsbildung deutlich komplizierter. CDU und BSW stehen sich inhaltlich bei Wirtschafts- und Sozialthemen nahe, jedoch gilt eine Zusammenarbeit insbesondere wegen der außenpolitischen Positionen des BSW als umstritten. Auch eine Koalition aus CDU und SPD wäre denkbar, sofern die Sozialdemokraten nicht weiter abstürzen.
Linke, SPD, Grüne und FDP: Kampf ums politische Überleben
Die Linke, die in Sachsen-Anhalt traditionell stark ist, könnte ihren Platz im Landtag halten, muss aber um ihr Ergebnis von 2021 fürchten. Die SPD kämpft um eine Regierungsbeteiligung nach der Wahl. Die Grünen und die FDP stehen vor der Herausforderung, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden. In den letzten Umfragen schwanken die Werte der kleineren Parteien stark.
Die Grünen leiden unter der bundespolitischen Unzufriedenheit, während die FDP nach dem Bruch der Ampel-Koalition in Berlin bundesweit an Zustimmung verloren hat. Falls beide an der Hürde scheitern, würde sich das Parlament verkleinern und die Sitzverteilung verschieben.
Die wichtigsten Themen im Wahlkampf
Laut politischen Beobachtern werden bei der Landtagswahl 2026 vor allem wirtschaftliche Fragen und die Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum eine zentrale Rolle spielen. Sachsen-Anhalt ist geprägt von Industrie und Landwirtschaft, aber auch von Abwanderung und demografischem Wandel.
Migration und Innere Sicherheit werden ebenfalls stark nachgefragte Themen bleiben. Die AfD punktet hier mit klaren Positionen, während die CDU auf eine Begrenzung der Zuwanderung und mehr Abschiebungen setzt. Das BSW fordert eine strengere Migrationspolitik, verbunden mit stärkerem sozialen Ausgleich.
Regierungsbildung nach der Wahl
Nach den aktuellen Umfragen sind mehrere Zwei(er)- oder Dreier-Bündnisse denkbar. Eine CDU-SPD-Koalition wäre die naheliegendste Option, wobei die SPD dann deutlich kleiner wäre als zuletzt. Eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP erscheint rechnerisch kaum möglich. Eine Zusammenarbeit der CDU mit den Grünen wird in Sachsen-Anhalt traditionell eher skeptisch gesehen.
Sollte die AfD stärkste Kraft werden, bliebe eine Regierungsbildung ohne sie äußerst schwierig, aber nicht unmöglich. Alle demokratischen Parteien haben eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen, sodass auch ein Bündnis aus CDU, SPD und BSW oder CDU und BSW denkbar wäre, sofern die inhaltlichen Hürden überwunden werden können.
Die kommenden Monate bis zur Wahl werden zeigen, ob sich die Umfragewerte weiter verschieben. Klar ist: Sachsen-Anhalt steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung, die auch Auswirkungen auf den Bund haben könnte.



