Die Funke Mediengruppe kommentiert die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Eine Woche vor dem Urnengang wollte die CDU-Bundesspitze nach Magdeburg reisen – doch nun gibt es Bedenken. Ein Kommentar von Julia Emmrich, stellvertretende Ressortleiterin Politik/Wirtschaft.
Schwieriges Verhältnis zwischen Merz und Schulze
„Der Kanzler kommt, yippie!“ – so klang es einst. Doch im Sommer 2026 ist alles anders. Friedrich Merz ist so unbeliebt, dass die Wahlkämpfer in Sachsen-Anhalt sich zweimal überlegen, ob sein Auftritt hilft oder schadet. Ein verunglückter Kanzlerauftritt wäre immer ärgerlich, doch im Osten könnte er fatal sein.
CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Sven Schulze steht mit dem Rücken zur Wand. Die AfD hat die CDU in Umfragen weit hinter sich gelassen, ein Fiasko droht. Schulzes letzte Hoffnung: Die Wähler sollen die Wahl nicht als Abstimmung über die Berliner Koalition sehen, sondern ihm als Landesvater vertrauen. Was er nicht gebrauchen kann, ist aus Berlin importierte schlechte Stimmung.
Absage der Präsidiumssitzung
Schon länger stand fest: Beim Landesparteitag Mitte Juni wird Merz nicht dabei sein. Nun ist auch die Präsidiumssitzung der Bundespartei am Wochenende vor der Wahl in Magdeburg abgesagt. Was als Wahlkampfhilfe gedacht war, könnte zum Wahlkampfkiller werden.
Schulze und Merz wollen zwar weiterhin gemeinsame Auftritte, doch das Verhältnis hat gelitten. Schulze ärgerte sich öffentlich über Merz‘ Äußerungen zur Basisrente und sucht nach der Wahl selbstbewusst nach Regierungsoptionen – Einmischungen aus der Bundespartei hin oder her.



