Promis im Wahlkampf: Hallervorden und Steimle spalten Sachsen-Anhalt
Promis im Wahlkampf: Hallervorden und Steimle spalten

Im sächsischen Landtagswahlkampf setzen CDU und AfD auf prominente Unterstützung, doch die Strategie ist riskant. Der Kabarettist Dieter Hallervorden trat für die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf, während Uwe Steimle die AfD unterstützte. Politikwissenschaftler Benjamin Höhne von der TU Chemnitz sieht bei Hallervorden größere Risiken als bei Steimle.

Hallervorden provoziert mit Lied und Kritik

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Golfpark Dessau sang der 90-jährige Hallervorden das Lied „Lieber Friedrich Merz“, das in der CDU für Unmut sorgt. Er zeigte eine Demo mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ und kritisierte CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann scharf. Diese hatte zuvor erklärt, es gebe für die CDU keinen Völkermord in Gaza. Hallervorden konterte: „Diese Frau Hoppermann, selbst wenn ich Pantomime machen würde, würde die bestimmt noch ein unzulässiges Wort entdecken.“

Schulze verteidigte den Auftritt mit dem Thema Meinungsfreiheit: „Ich möchte kein Land regieren, wo alle nur das sagen, was vielleicht in Magdeburg gern gehört wird.“ Er teile nicht alle Inhalte Hallervordens, wolle aber die Meinungsfreiheit nicht einer einzelnen Partei überlassen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Steimle sorgte für Aufsehen mit DDR-Hymne

Drei Wochen zuvor hatte auf derselben Bühne der Kabarettist Uwe Steimle zusammen mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und Co-Chef Tino Chrupalla gesprochen. Steimle stimmte die DDR-Hymne an und machte Gewalt-Andeutungen, was zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führte. Höhne sieht bei Steimle eine große Nähe zur AfD: „Da passt kaum ein Blatt zwischen Steimle und die AfD.“

Experte: Hallervorden passt nicht zur CDU

Höhne bezweifelt, dass Hallervorden der CDU nutzt: „Dass die CDU substanziell davon profitieren wird, glaube ich eher nicht.“ Er mahnt, Parteien sollten prüfen, ob die Positionen des Prominenten zu den eigenen passen. Hallervorden thematisierte Frieden, was eher von AfD, BSW und Linken besetzt werde. „Daher glaube ich nicht, dass damit neue Wähler zu erreichen sind“, so Höhne.

Hallervorden, der bereits Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher unterstützte, lobte Schulzes Rückgrat gegenüber der CDU-Zentrale: „Wir lassen uns von denen in Berlin nicht vorschreiben, wie wir in Sachsen-Anhalt Wahlkampf zu machen haben.“ Er zeigte sich sicher, dass alle im Saal noch da sein werden, „wenn Frau Hoppermann längst abgewählt ist“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration