Rainer stellt Heimatagenda in Golzow vor: Bürokratieabbau und Ehrenamt
Rainer stellt Heimatagenda in Golzow vor

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat am heutigen Dienstag in Golzow im Barnim seine 30-seitige „Heimatagenda“ vorgestellt. Die Broschüre mit dem Titel „Miteinander ist es Heimat“ fokussiert auf Bürokratieabbau, Unterstützung des Ehrenamtes und Stärkung der Menschen vor Ort. Rainer befindet sich derzeit auf Sommertour durch Ostdeutschland und wählte den kleinen Ortsteil von Chorin für die Präsentation.

„Heimat steht für Nähe, Vertrauen und Zusammenhalt“

„Heimat steht für alles, was unsere Gesellschaft ausmacht“, sagte Rainer. „Nähe, Vertrauen, Zusammenhalt, Anpacken wollen, Pragmatismus und Ehrlichkeit.“ Der Minister betonte die Notwendigkeit, den Menschen mehr Freiheiten zu geben: „Heimat ist immer am stärksten, wenn die Menschen ganz konkret erleben, dass sie die Dinge so gestalten können, wie sie sie auch brauchen.“ Selbstwirksamkeit sei daher ein zentraler Begriff. „Die Distanz muss weg zwischen Politik und Bürgern, gerade in bewegten Zeiten muss die Politik auch greifbar sein“, ergänzte er.

Neue Dialogveranstaltungen und Heimatpreis geplant

Rainer kündigte Dialogveranstaltungen vor Ort und einen Heimatpreis an, der ab diesem Jahr verliehen werden soll. „Wir brauchen wieder gemeinsame Ziele, Wertschöpfung und Optimismus“, sagte er. „Wir brauchen mehr Mutmacher, nicht immer nur Miesmacher: Dieses Land ist immer noch stark, wir dürfen uns nicht alles Schlechtmachen lassen.“ In Golzow hatten bei der Landratswahl vor einigen Wochen knapp 50 Prozent der Wähler für den siegreichen Landrat Daniel Kurth (SPD) gestimmt, während gut 49 Prozent den Gegenkandidaten von der AfD wählten. Auf die Frage, wie er diese Entwicklung ändern wolle, antwortete Rainer: „Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass wir die Dinge ansprechen, die positiv laufen. Das Geschäftsmodell der AfD ist doch, ständig Neid zu verbreiten, Angst zu schüren und schlechte Stimmung zu machen.“ Umso wichtiger sei eine gute Kommunikation der Dinge, die vor Ort gelingen.

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Landfrauenverband fordert gleichwertige Lebensverhältnisse

Die Bundesvorsitzende des Landfrauenverbands, Petra Bendkämper, die gemeinsam mit Rainer die Agenda vorstellte, betonte die Bedeutung ländlicher Räume: „Gerade unsere ländlichen Räume sind Chancenräume für die wirtschaftliche Entwicklung und die Transformation im Land. Aber um Familien anzusiedeln und Arbeitskräfte zu gewinnen, braucht es gleichwertige Lebensverhältnisse.“ Sie wies auf strukturelle Defizite hin: In Golzow gibt es weder Bäcker noch Zeitungsladen oder Supermarkt; die nächsten Arztpraxen sind mehrere Kilometer entfernt. „In der Hauptsache verlassen junge Frauen die ländlichen Räume“, sagte Bendkämper. „Fehlende Bildungschancen und eine fehlende Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt sind die Ursache dafür.“ Sie sprach sich für eine Förderung des Ehrenamts aus, unter anderem durch die Bereitstellung hauptamtlicher Unterstützung für Engagierte.

Symbolträchtiger Ort im Barnim

Golzow, ein Ortsteil von Chorin im Landkreis Barnim, ist nur per Bedarfshalt an der Schorfheidebahn erreichbar. Eine Kopfsteinpflasterchaussee führt vom Bahnhof ins Dorf, gesäumt von verwilderten Apfelbäumen. Vor dem Dorfteich, gegenüber der Kirche mit Feldsteinfundamenten, hatte eine Veranstaltungsagentur die Mikrofonanlage aufgebaut. Nach der Vorstellung drängten die Mitarbeiter des Ministeriums zum Aufbruch – auf Rainer wartete der nächste Termin. Der Tross verließ das Dorf, zurück blieben ein in der Sonne glänzender Dorfteich und ein verschlafener Ort im Barnim, dessen Schönheit bei allen Problemen des ländlichen Raums Lust auf mehr gemacht hat.

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