Am Samstagabend, gegen 21:30 Uhr, steuerte ein 29-jähriger Mann namens Abdul B. einen Kleintransporter in eine Menschenmenge am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin. Die Tat ereignete sich nahe dem Kurfürstendamm im Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf. Eine 30-jährige Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Der Staatsschutz geht von einem islamistischen Motiv aus. Der Fahrer wurde noch am Tatort festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.
Wegner: Islamismus als Bedrohung klar benennen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich am Montag in einer Pressekonferenz im Roten Rathaus zu dem Anschlag. „Der Islamismus ist die größte Gefahr für die queere Gemeinschaft in Deutschland, das ist ganz klar“, sagte er. „Und das muss auch gesagt werden, wenn es genauso ist.“ Wegner betonte weiter: „Wer nicht die Bereitschaft zeigt, Probleme anzusprechen, der wird sie nicht lösen können.“ Er forderte eine offene gesellschaftliche Debatte über die Gefahren des islamistischen Extremismus.
Regenbogenflagge in der Mitte der Gesellschaft
Der Regierende Bürgermeister unterstrich die Bedeutung der queeren Community für Berlin. „Die Regenbogenflagge gehört in die Mitte unserer Gesellschaft, sie gehört in die Mitte der Stadt“, sagte er. Er rief die Bevölkerung zum Zusammenhalt auf und betonte, dass der Anschlag nicht dazu führen dürfe, dass queere Menschen sich unsicher fühlten oder CSD-Veranstaltungen eingeschränkt würden. „Berlin steht für Toleranz und Vielfalt. Das werden wir uns nicht nehmen lassen.“
Anschlag erschüttert die queere Community
Die Tat hat die Berliner Stadtgesellschaft tief getroffen. Der Christopher Street Day ist ein zentrales Ereignis der LGBTQ+-Bewegung und findet jährlich in Berlin statt. Hunderttausende Menschen feiern und demonstrieren für Gleichberechtigung. Der mutmaßlich islamistische Anschlag sorgt nun für große Betroffenheit und wirft Fragen nach dem Schutz von Minderheiten auf. Wegners deutliche Worte finden in Teilen der Politik und Gesellschaft Zustimmung. Er machte klar, dass der Kampf gegen Islamismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Täters dauern an. Der mutmaßliche Attentäter Abdul B. wird vom Staatsschutz verhört. Der Senat von Berlin kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für künftige Veranstaltungen zu überprüfen. Der Anschlag ist eine der schwersten Gewalttaten gegen die queere Community in Deutschland in den letzten Jahren.



