Der Konflikt zwischen Werder Bremen und einer kritischen Mitglieder-Initiative eskaliert weiter. Nachdem der Verein gegen einen Gerichtsbeschluss, der die Herausgabe von Daten stimmberechtigter Mitglieder anordnet, Rechtsmittel eingelegt hat, droht die Initiative nun mit der Vollstreckung des Urteils durch einen Gerichtsvollzieher. Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald kündigt jedoch an, sich auch gegen diesen Schritt juristisch zur Wehr zu setzen.
Hintergrund des Streits
Die Initiative, die der Vereinsführung um Manager Clemens Fritz und Präsident Hess-Grunewald kritisch gegenübersteht, fordert die Kontaktdaten der Mitglieder, um für einen Neuanfang nach der sportlich enttäuschenden Vorsaison (Platz 15) zu werben. Die Initiative erhofft sich dadurch, bei der anstehenden Mitgliederversammlung am 15. November Unterstützung für ihre Forderungen zu gewinnen. Sollte dies gelingen, könnten Fritz und Hess-Grunewald ihre Posten verlieren.
Werder Bremen hingegen weigert sich, die Daten herauszugeben, und beruft sich auf den Datenschutz. Der Verein argumentiert, dass viele Mitglieder einer Weitergabe ihrer Daten widersprechen. „Der Schutz der Mitgliederdaten hat für uns weiterhin größte Wichtigkeit. Wir erhalten viele Zuschriften von Mitgliedern, die eine Weitergabe ihrer Daten nicht wollen. Daher benötigen wir eine zweifelsfreie und rechtskräftige Entscheidung des Gerichts. Nur so können wir uns gegenüber den Mitgliedern für unser Handeln legitimieren“, erklärte Hess-Grunewald gegenüber BILD.
Juristische Eskalation
Das Amtsgericht hatte zuvor entschieden, dass Werder die Daten der Mitglieder an die Initiative herausgeben muss. Dagegen legte der Verein Rechtsmittel ein. Nun kündigte die Initiative an, das Urteil mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers durchsetzen zu wollen. Hess-Grunewald konterte: „Dem Versuch der Vollstreckung werden wir mit den geeigneten prozessualen Mitteln begegnen.“ Es wird erwartet, dass der Fall letztlich vor dem Landgericht landen wird, um endgültig zu klären, ob die Herausgabe der Daten rechtens ist.
Die Initiative schlug vor, dass jedes Mitglied selbst entscheiden könne, ob es seine E-Mail-Adresse weitergeben möchte. Dieses Angebot lehnte Werder jedoch ab, da der Verein eine klare rechtliche Grundlage für die Datenweitergabe fordert. Je länger der Rechtsstreit dauert, desto schwieriger wird es für die Initiative um Sprecher Pascal Tetschet, rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung für ihre Anliegen zu werben.
Auswirkungen auf die Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung am 15. November rückt näher, und die Initiative benötigt die Daten, um ihre Kampagne zu starten. Sollte die Herausgabe weiter verzögert werden, könnte dies die Chancen der Initiative schmälern, genügend Unterstützung zu mobilisieren. Werder hingegen hofft, dass die Mitglieder hinter der Vereinsführung stehen und die Initiative an der nötigen Unterstützung scheitert.
Der Ausgang des Rechtsstreits wird mit Spannung erwartet, da er nicht nur für Werder Bremen, sondern auch für andere Vereine und Organisationen präjudizierende Wirkung haben könnte, die mit ähnlichen Forderungen konfrontiert sind. Der Datenschutz und die Rechte der Mitglieder stehen dabei im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.



