Antisemitismus in Berlin: Parteien diskutieren über Strategien
Antisemitismus in Berlin: Parteien diskutieren Strategien

Es ist eine erschreckende Realität, 80 Jahre nach Nazi-Terror und Holocaust: Jüdinnen und Juden fühlen sich in Berlin nicht mehr sicher. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Zahl der judenfeindlichen Hasstaten mehr als verdoppelt. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus RIAS spricht von einer sinkenden Hemmschwelle der Täter. Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 2197 Fälle gezählt: Juden werden bedroht, beleidigt und angegriffen – auf der Straße, in Bus und Bahn, an Hochschulen.

Bedrohungslage im Alltag

Angesichts dieser Entwicklung verbergen viele jüdische Berliner ihre Identität. Sie vermeiden es, in der Öffentlichkeit Hebräisch zu sprechen, oder verstecken die Halskette mit dem Davidstern unter dem Pullover. Erhöhte Wachsamkeit begleitet den Alltag, denn die Gefahr von Anfeindungen und Gewalt ist allgegenwärtig.

Schwindende Solidarität

Zugleich beklagen jüdische Gemeinden eine schwindende Solidarität der Zivilgesellschaft, wie der jüngste Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland feststellt. Der „explosionsartige Anstieg“ des Antisemitismus werde als „neue Normalität“ hingenommen, so das bittere Fazit von Zentralratspräsident Josef Schuster.

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Podiumsdiskussion im Humboldt-Forum

Wie wird jüdisches Leben in Berlin wieder sicherer, und was kann die Politik dazu beitragen? Diese Frage will der Tagesspiegel mit den Spitzenkandidaten der Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl diskutieren. Gemeinsam mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) laden wir am Mittwoch, dem 24. Juni, zu einem Podiumsgespräch im Humboldt-Forum ein. Die Diskussionsrunde trägt den Titel „Worte oder Wirkung? Wie nachhaltig sind die Konzepte der Parteien gegen Antisemitismus in Berlin?“

Teilnehmer der Runde

Folgende Teilnehmer werden erwartet: Werner Graf, Co-Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, die Linke-Spitzenkandidatin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Elif Eralp, Steffen Krach, Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der SPD, sowie die CDU-Politikerin Felor Badenberg, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz, die den Spitzenkandidaten und Regierenden Bürgermeister Kai Wegner vertreten wird. Moderiert wird die Veranstaltung von Stephan Wiehler, Leiter der Berlin-Redaktion des Tagesspiegel, zusammen mit Derviş Hızarcı, dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins KIgA. Unterstützt wird das Podiumsgespräch von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

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