Bayreuther Festspiele: Katharina Wagner beklagt Sponsorenmangel durch Kriege
Bayreuther Festspiele: Wagner beklagt Sponsorenmangel

Sponsorensuche durch Kriege erschwert

Den Bayreuther Festspielen fehlen nach Angaben von Intendantin Katharina Wagner dringend benötigte Geldgeber. Die ohnehin nicht einfache Sponsorensituation habe sich „nochmal massiv verschlechtert“, sagte sie im Podcast BackstageClassical. „Wir waren an einigen Sponsoren dran und dann kam der Krieg.“ Die weltpolitische Lage erschwere die Akquise neuer Förderer erheblich.

Finanzielle Lage und Bundeshilfe

Im vergangenen Jahr hatte Wagner Alarm geschlagen, weil weitere Kürzungen beim Festival kaum noch möglich seien. Allerdings habe der Bund für das kommende Jahr zusätzliche Mittel bewilligt. Dadurch könnten die Festspiele nun „einen Teil der ausstehenden Kosten für die Tarifsteigerungen tragen“. Die finanzielle Basis bleibt dennoch angespannt.

150-jähriges Jubiläum mit Schattenseiten

In diesem Jahr feiern die Festspiele ihr 150-jähriges Bestehen. „Ein absoluter Grund zu Feiern“ sei das, so Wagner. Doch als Ausrichter könne man selbst am wenigsten mitfeiern. Besonders wichtig sei ihr, dass nicht nur gefeiert, sondern auch die dunklen Seiten der Festspiel-Geschichte berücksichtigt würden. „Wir müssen auch gedenken, ernsthaft gedenken“, betonte Wagner. „Auch das sind 150 Jahre Festspiel-Geschichte.“

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Antisemitisches Erbe und Aufarbeitung

Der Komponist Richard Wagner (1813–1883) verfasste antisemitische Schriften und äußerte sich mehrfach klar antisemitisch. Die Festspiele galten später als eng verflochten mit nationalistisch-völkischem Gedankengut und dem Nationalsozialismus. Adolf Hitler war regelmäßig Gast in Bayreuth. Katharina Wagners Großmutter Winifred Wagner, die die Festspiele damals leitete, galt als glühende Verehrerin Hitlers.

Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“

Am 26. Juli, dem zweiten Tag der Jubiläumsfestspiele, soll die Veranstaltung „Verstummte Stimmen“ an verfolgte jüdische Musiker erinnern. Dass Festredner Michel Friedman zu der Gedenkveranstaltung erst ein- und dann wieder ausgeladen wurde, löste scharfe Kritik aus. Nun soll Friedman einen Vortrag mit dem Titel „Über Bayreuth, über Deutschland. Versuch einer Gesellschaftsanalyse“ halten.

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