Kanzler Merz hatte die FDP bereits für tot erklärt. Doch Wolfgang Kubicki wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Der neue Vorsitzende der Liberalen hat klare Vorstellungen davon, wie er die Partei wieder zu einer Kraft machen will, die respektiert wird – und notfalls auch gefürchtet. Im Gespräch mit Dennis Pohl und Moritz Honert äußert er sich zu den jüngsten Ereignissen auf dem Bundesparteitag.
Kampfkandidatur um den Parteivorsitz
Auf dem Bundesparteitag der FDP trat überraschend Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen Wolfgang Kubicki an. Eine Woche später bewertet Kubicki diesen Schritt als legitim. „Dass es eine Kampfkandidatur gab, begrüße ich“, sagt er. Er verstehe auch, dass viele in der FDP keine Lust mehr auf eine One-Man-Show hätten und daran erinnern wollten, dass die Partei nicht nur aus ihm bestehe. „Das hatten wir schon mal“, fügt er hinzu. Sorgen, dass er nicht gewinnen könnte, habe er jedoch zu keinem Zeitpunkt gehabt. Den Ablauf der Kandidatur findet er dennoch „bemerkenswert“.
Kubickis Vision für die FDP
Der neue Vorsitzende möchte die Liberalen wieder als ernstzunehmende politische Kraft etablieren. „Ich will, dass die FDP wieder respektiert wird – und notfalls auch gefürchtet“, betont Kubicki. Er sieht die Partei in einer Phase der Neuausrichtung, in der es darum gehe, klare Positionen zu beziehen und geschlossen aufzutreten. Die interne Konkurrenz habe gezeigt, dass die FDP lebendig sei und Diskussionen nicht scheue.
- Kubicki sieht die Kampfkandidatur als Zeichen der innerparteilichen Demokratie.
- Er betont, dass die FDP geschlossen auftreten müsse, um politisch erfolgreich zu sein.
- Die Liberalen müssten wieder mehr Profil zeigen und sich nicht von anderen Parteien vereinnahmen lassen.
Reaktion auf Merz‘ Aussagen
Kubicki geht auch auf die Aussagen von Kanzler Merz ein, der die FDP für tot erklärt hatte. „Das war eine Kampfansage, die wir nicht unbeantwortet lassen konnten“, sagt er. Die FDP lebe und werde sich nicht unterkriegen lassen. Mit neuem Elan und klaren Konzepten wolle man in die kommenden Wahlen ziehen. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – aber nicht um jeden Preis“, stellt Kubicki klar.
Ziele für die Zukunft
Der FDP-Chef nennt konkrete Ziele: Die Partei müsse wieder stärker in der Mitte der Gesellschaft verankert werden. Dazu gehöre eine klare wirtschaftspolitische Ausrichtung, aber auch eine deutliche Positionierung in gesellschaftlichen Fragen. „Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, so Kubicki. Die FDP dürfe nicht als Klientelpartei wahrgenommen werden, sondern als liberale Kraft, die Lösungen für die drängenden Probleme biete.
- Stärkung der wirtschaftlichen Freiheit und des Unternehmertums.
- Bildungspolitische Reformen mit Fokus auf Digitalisierung und individuelle Förderung.
- Europapolitische Initiativen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Freiheit.
Kubicki zeigt sich zuversichtlich, dass die FDP diese Ziele erreichen kann. „Wir haben eine starke Basis und viele engagierte Mitglieder“, sagt er. Mit einer klaren Strategie und einem geeinten Auftreten werde man die nächsten Herausforderungen meistern. Die Kampfkandidatur habe gezeigt, dass die Partei lebendig sei – und das sei ein gutes Zeichen.



