Am Montag, den 15. Juni, fällt im Osloer Gericht das Urteil im spektakulären Prozess gegen Marius Borg Høiby (29). Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wird jedoch nicht persönlich im Gerichtssaal erscheinen. Stattdessen wird er per Video-Link zugeschaltet, wie seine Anwältin Ellen Holager Andenaes gegenüber der norwegischen Zeitung „VG“ mitteilte. Grund dafür seien gesundheitliche Probleme, deren genaue Art sie nicht näher spezifizierte.
Gesundheitliche Gründe für Abwesenheit
Erst am vergangenen Mittwoch hatte Marius das Krankenhaus aufgesucht, um eine Art „Krankschreibung“ zu erhalten. Das Gericht in Oslo betonte jedoch, dass dies keinerlei Auswirkungen auf die Urteilsverkündung habe. „Das hat keinerlei Konsequenzen, das Urteil wird verkündet“, hieß es offiziell. Der Prozess, der sieben Wochen dauerte, umfasst 40 Anklagepunkte, darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe. Marius sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.
Der Prozess des Jahrhunderts in Norwegen
Die norwegische Justiz wirft Marius eine Reihe schwerer Straftaten vor: Vergewaltigung, Gewalt gegen Ex-Partnerinnen, Verstöße gegen Kontaktverbote sowie Drogendelikte. Der Prozess entwickelte sich schnell zum „Prozess des Jahrhunderts“ in Norwegen. Wochenlang sagten Zeugen, Ex-Freundinnen und Ermittler aus. Die Staatsanwaltschaft zeichnete das Bild eines Mannes, der über Jahre hinweg Frauen verletzt und Grenzen überschritten haben soll.
Mögliche Haftstrafe von bis zu sieben Jahren
Die Staatsanwaltschaft hat eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert. Sollte Marius in den schwersten Anklagepunkten verurteilt werden, könnte die Strafe in dieser Größenordnung liegen. Bei einer teilweisen Verurteilung wäre eine deutlich niedrigere Haftstrafe möglich. Ein Freispruch bei den schwersten Vorwürfen würde das Strafmaß erheblich reduzieren und sich auf die Delikte beschränken, die er eingeräumt hat oder die das Gericht als bewiesen ansieht. Da Marius bereits seit Monaten in Untersuchungshaft sitzt, würde diese Zeit auf eine spätere Freiheitsstrafe angerechnet werden.
Marius bestreitet die Vorwürfe
Høiby bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe. Einige weniger schwere Delikte räumte er jedoch ein, darunter Drogendelikte und Verstöße gegen Auflagen. Seine Anwälte fordern deshalb eine deutlich mildere Strafe.
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