Österreichs beliebtester Politiker: Finanzminister Marterbauer spart fünf Milliarden
Marterbauer: Beliebter Sparkommissar spart fünf Milliarden

Österreichs Finanzminister Markus Marterbauer ist der beliebteste Politiker der Regierung, obwohl er ein Sparpaket von fünf Milliarden Euro umsetzen muss. Der SPÖ-Politiker überzeugt mit Klarheit und Glaubwürdigkeit.

Fünf Milliarden Euro Einsparungen

Die Republik Österreich muss in den kommenden zwei Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro einsparen. Betroffen sind Pensionäre, Familien, Arbeiter, Bauern, Beamte, Studentinnen und selbst Politiker. Finanzminister Markus Marterbauer setzt den Rotstift radikal an, doch Umfragen zeigen ihn als beliebtestes Mitglied der Bundesregierung.

Im Vertrauensindex ist Marterbauer einer der wenigen Politiker mit positiven Werten. Die Personalentscheidung von SPÖ-Chef Andreas Babler erweist sich als Volltreffer, auch wenn Babler selbst nicht von der Popularität profitiert.

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Budgetrede im Parlament

Am Mittwoch hielt Marterbauer seine mit Spannung erwartete Budgetrede. „Ich werde Ihnen nichts vormachen, die Zeiten sind ernst“, sagte er und verzichtete auf Beschönigungen. Der Ökonom, früher bei der Arbeiterkammer und dem Wirtschaftsforschungsinstitut tätig, trat ruhig, selbstbewusst und uneitel auf.

Er positionierte sich klar gegenüber Grünen und FPÖ, bekannte sich zur EU, zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Windkraft. „Wer die Heimat liebt, ist für den konsequenten Ausbau der Windkraft“, so Marterbauer. Zudem sprach er sich für den Erhalt des Sozialstaates aus und wies die „sozialen Kahlschlagsphantasien des Industriellenpräsidenten Georg Knill“ entschieden zurück.

Soziale Medien und Kommunikation

Auf Social-Media-Kanälen tritt Marterbauer trocken und sachlich auf, untermauert seine Posts mit Zahlen und Grafiken. Gelegentlich gibt er Buchtipps, zuletzt „Abschied(e)“ von Julian Barnes. In der Koalition wird er geschätzt und respektiert, auch wenn mancher seine Beliebtheitswerte beneidet.

Haltung und Glaubwürdigkeit

Marterbauer zeichnet sich durch Verlässlichkeit, Haltung und Rückgrat aus, agiert aber pragmatisch. Damit reiht er sich in die Tradition anerkannter SPÖ-Finanzminister wie Hannes Androsch, Franz Vranitzky oder Ferdinand Lacina ein. Ein Gegenbeispiel ist Karl-Heinz Grasser, der wegen Untreue und illegaler Geschenkannahme verurteilt wurde und nach sieben Monaten Haft mit Fußfessel entlassen wurde.

Podcast: ORF-Affäre

Im Inside-Austria-Podcast wird diese Woche die Affäre um den ehemaligen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann beleuchtet. Eine Mitarbeiterin wirft ihm sexuelle Belästigung vor, was er bestreitet. Die Hosts untersuchen einen umstrittenen Compliance-Bericht und die Rolle des ORF-Managers Pius Strobl.

Empfehlungen und Ausblick

Weitere Themen: Das STANDARD-Tippspiel zur Fußball-WM 2026, Details zu Österreichs Sparmaßnahmen, die SPIEGEL-Prognose zur WM und die EZB-Zinsentscheidung.

Der Autor Michael Völker, Leitender Redakteur Innenpolitik, verbleibt mit freundlichen Grüßen aus Wien.

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