Willingmann will kostenlose Kitas und mehr Zuwanderung
Willingmann: Kitas gratis, mehr Zuwanderung

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann hat im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt konkrete Forderungen aufgestellt: kostenlose Kita-Betreuung und eine stärkere Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig räumte er Fehler der eigenen Partei ein und warnte vor einer möglichen Alleinregierung der AfD.

Kostenlose Kitas als Standortfaktor

Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) betonte der amtierende Wissenschaftsminister: „Die Kita-Landschaft brauchen wir für junge Familien, um attraktiv zu sein, aber auch für unsere Wirtschaft.“ Er sieht in der kostenfreien Betreuung einen entscheidenden Faktor, um Fachkräfte ins Land zu holen. „Wir siedeln sie dann an, wenn wir ihnen sagen können: Eure Fachkräfte bekommen hier eine vernünftige Kita-Versorgung.“

Die Versorgungslage sei bereits gut, so Willingmann: „Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegen wir bei über 95 Prozent Versorgung.“ Dennoch müsse das Angebot weiter ausgebaut werden, um den Standort nachhaltig zu stärken.

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Zuwanderung als wirtschaftliche Notwendigkeit

Beim Thema Migration sprach sich Willingmann für eine differenzierte Betrachtung aus. „Wir brauchen auf jeden Fall Zuwanderung in unsere Wirtschaft, in unseren Arbeitsmarkt. Und zwar, um unseren Wohlstand und auch um unsere Industriebetriebe aufrechtzuerhalten.“ Er bezeichnete Migration als „ein Muss“ und nicht als Bedrohung. Wer glaube, den Fachkräftebedarf allein aus der eigenen Bevölkerung decken zu können, sei „Kinderei“ – eine klare Spitze gegen die AfD.

Gleichzeitig forderte er mehr Aufklärung in Regionen, in denen Menschen sich durch Zuwanderung bedroht fühlten. Hier müsse die Politik Ängste ernst nehmen und sachlich informieren.

Selbstkritik der SPD

Willingmann räumte ein, dass die SPD in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. Viele Arbeiter, einst Kernwählerschaft der Partei, sympathisierten heute mit der AfD. „Da ist ohne Frage ein falscher Schwerpunkt entstanden“, sagte er. Es sei der Eindruck entstanden, dass sich die SPD zu wenig um die Mittelschicht gekümmert habe und stattdessen den Fokus stark auf Transferempfänger gelegt habe.

Diese Entwicklung müsse die Partei aufarbeiten, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Bekenntnis zur Regierungsbeteiligung

Trotz schwacher Umfragewerte sprach sich Willingmann für eine erneute Regierungsbeteiligung der SPD nach der Landtagswahl aus. „Eine stabile Regierung wird es in Sachsen-Anhalt nur geben, wenn die SPD dabei ist“, sagte er. Die einzige Alternative sei eine Alleinregierung der AfD – „die kann man sich nicht wünschen. Ich wünsche sie mir auf gar keinen Fall. Und die übergroße Mehrheit der Bevölkerung in diesem Land auch noch nicht.“

Rund einen Monat vor der Landtagswahl am 6. September liegt die AfD laut der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage für MDR, WDR, „Magdeburger Volksstimme“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (24 Prozent). Die SPD kommt demnach nur auf 7 Prozent.

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